Der Plan klang gut. Mit einem Netz aus autonomen Drohnen wollte Facebook Internet auch in die entlegensten Gegenden der Welt bringen. Mit Aquila stellte das soziale Netzwerk auch einen ersten Prototyp vor. Nun kam jedoch das Aus für das Projekt.


Facebook Drohne
Aquila Drohne von Facebook sollte Internet in entlegende Orte bringen

Aus für Internet-Drohnen

In einem Statement gab Facebooks Projektmanager Yael Maguire bekannt, warum es für das Projekt nicht weitergehen und Facebook keine eigenen Internet-Drohnen mehr entwickeln wird.

Das Problem, das Facebook sieht, ist, dass inzwischen mehrere Luftfahrtunternehmen an ähnlichen Projekten arbeiten. Das soziale Netzwerk möchte aber in Zukunft weiter mit Partnern wie Airbus zusammenarbeiten – die Grundidee an sich wird also nicht aufgegeben. Im Rahmen der World Radio Conference möchte das Unternehmen außerdem einen Vorschlag zur Ausweitung der für den Betrieb fliegender Internetzugänge notwendigen Bandbreiten vorstellen und sich darüber hinaus für einheitliche rechtlichen Rahmenbedingungen für derartige Plattformen und Internetzugänge einzusetzen.


Die Absicht, unterversorgte Gegenden mit Internet zu versorgen, möchte Facebook aber nicht aufgeben. Nach Angaben des Unternehmens laufen im Moment mehrere Projekte, deren Ziel es ist, Internet in entlegene Gebiete zu bringen. So arbeitet Facebook etwa an einer Technologie, mit dem Internetzugänge deutlich günstiger angeboten werden können als bisher. In einem Kooperationsprojekt mit zwei Telekommunikationskonzernen arbeitet Facebook außerdem daran, in Uganda ein Glasfasernetz aufzubauen.

Aquila-Drohnen noch nicht ausgereift

Die Prototypen der Aquila-Drohnen hatten eine Spannweite von 43 Metern – das entspricht fast der einer 737. Mit 400 Kilogramm, von denen allein die Hälfte auf die Akkus fielen, waren die Drohnen jedoch extrem leicht. Bis zu drei Monate sollten die Drohnen in der Luft bleiben, unterstützt von Solarzellen auf der Oberseite der Tragflächen. Tagsüber sollten die Fluggeräte auf Höhen von bis zu 27.000 Metern steigen.

Der erste Testflug einer Aquila-Drohne endete 2016 nach nur 96 Minuten wegen einem strukturellen Kollaps des rechten Flügels. Ein zweiter Testflug jedoch wurde als Erfolg verbucht. Dennoch konnte man nicht von einem Normalbetrieb sprechen.

Googles Mutterkonzern Alphabet hat mit Project Loon weiterhin ein vergleichbares Projekt am Start. Im Rahmen dieses Projekts sollen Ballons statt Drohnen zum Einsatz kommen und den Zugang zum Internet bereitstellen. Die Ballons sollen monatelang in einer Höhe von 20 Kilometer verbringen und mit LTE-Technologie gen Boden funken und kamen bereits praktisch zum Einsatz.

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