Es ist eine gewagte Behauptung, die die israelische Firma Faception aufstellt: Angeblich hat das Unternehmen eine Technik entwickelt, die auf Basis des Gesichts eines Menschen auf seine Persönlichkeit und dann auf seine Pläne schließen kann. So soll es möglich sein, potentielle Terroristen und andere Straftäter vor Begehung der Tat zu erkennen.


Faception

Erkennen von Menschentypen anhand des Gesichts

Das Unternehmen aus Tel Aviv behauptet, mittels seiner Software die Persönlichkeit jedes Menschen erkennen und auswerten zu können. Dazu wird lediglich ein Foto des Gesichts oder ein entsprechender Videostream benötigt. So kann Faception erkennen, ob ein Mensch besonders extrovertiert oder intelligent ist. Vor allem aber behauptet die Firma, einzelne Menschen anhand bestimmter Merkmale als sogenannte Klassifikatoren oder Typen zu identifizieren. Laut Faception können so derzeit Terroristen, Genies, Wirtschaftsstraftäter, Pädophile und einige weitere Gruppen erkannt werden. Dafür werden angeblich keine weitere Informationen über den Menschen benötigt.


Hinter der Technologie steckt eine künstliche Intelligenz, die auf Machine Learning zurückgreift und sich so stetig verbessert. Das Programm liest aus dem Gesicht angeblich spezielle Facetten ab, die darauf schließen lassen, wie selbstsicher oder pessimistisch die jeweilige Person ist. Vor allem aber soll das Programm genetische Veranlagungen erkennen können und dabei eine Trefferrate von etwa 80 Prozent aufweisen. “Unsere Persönlichkeit wird durch unsere DNA definiert und spiegelt sich in unseren Gesichtern”, erklärt Shai Gilboa, der CEO von Faception. Das Unternehmen behauptet, mit seiner Technologie im Nachhinein neun der 11 Attentäter der Anschläge von Paris als solche erkannt zu haben.

Faception 2

Kritik aus der Wissenschaft

Zu der Frage, wie genau die Software die Bilder auswertet, dazu schweigt Faception sich jeder aus. Als Grundlage benennt die Firma Forschungen im Bereich Sozial- und Biowissenschaften. Außerdem spiele das maschinelle Lernen und die Extraktion bestimmter Merkmale aus dem Gesicht eine Rolle. Angeblich arbeitet Faception bereits jetzt mit einer der “führenden Heimatschutzbehörden” zusammen. Weitere Anwendungsgebiete für die Software seien das Versicherungswesen oder Partnerbörsen.

Erwartungsgemäß stößt die Software auf scharfe Kritik. In der Washington Post bezeichneten Wissenschaftler das Konzept als pseudowissenschaftlich und gefährlich. Das System wird mit der Physiognomik oder Phrenologie verglichen und sein Einsatz sei unter wissenschaftlichen und ethischen Gesichtspunkten sehr bedenklich.

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1 Kommentar

  1. Wissi

    27. Mai 2016 at 19:00

    Ha ha ha, erst wollen die Nazis so die Herrenrasse identifizieren, war damals schon pseudowissenschaftlicher Blödsinn, und jetzt die Juden Terroristen. Wenn das mal keine Ironie ist.

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