Zahlreiche Staaten in aller Welt haben in den letzten Monaten Maßnahmen angekündigt, um die immer weiter steigende Menge an Plastikmüll zu reduzieren. Auch die Europäische Union denkt daher über ein Verbot bestimmter Produkte nach. Doch keine der bisher gemachten Ankündigungen hat potentiell einen so großen Einfluss wie die jetzt verkündete Entscheidung des indischen Premierministers Narendra Modi: Demnach will der riesige Subkontinent ab dem Jahr 2022 Einwegplastik vollständig verbieten. Damit müssten sich auf einen Schlag rund 18 Prozent der Weltbevölkerung nach Alternativen umsehen – der positive Einfluss auf Natur und Umwelt wäre enorm. Doch noch ist eine gewisse Skepsis angebracht: Zum einen muss Modi bis 2022 noch mindestens eine Wahl überstehen. Zum anderen bleibt abzuwarten, ob die Behörden das Verbot tatsächlich konsequent umsetzen können.


Der Versova Beach in Mumbai gilt als Vorbild

Dennoch stellt die Ankündigung unter Beweis, dass die indische Regierung die Plastikmüll-Problematik endlich ernst nimmt. Bisher waren die Einwohner hingegen oftmals auf sich alleine gestellt. So wurde aus dem Versova Beach in Mumbai über die Jahre eine riesige Müllhalde für angespültes und aus der Stadt kommendes Plastik. Erst als sich engagierte Bürger fanden, die zu regelmäßigen Müllsammelaktionen aufriefen, reagierte auch die Stadtverwaltung und organisierte den Abtransport des eingesammelten Plastikmülls. Heute ist der Strand so sauber, dass dort sogar Schildkröten ihren Nachwuchs ausbrüten. Die indische Regierung will zukünftig aber vor allem auf einen präventiven Ansatz setzen. Denn wo erst gar kein Plastik benutzt wird, kann sich auch kein Müll ansammeln. In Taiwan ist daher bereits seit einiger Zeit ein ähnliches Verbot in Kraft.

Für den Plastikmüll im Meer wird ein globaler Ansatz benötigt

Modi kündigte zudem eine Kampagne an, die vor allem das Thema der Meeresverschmutzung in den Blickpunkt rücken soll. Denn klar ist: Auch nach dem Verbot dürfte weiterhin Plastik an den Stränden des Landes angespült werden, weil Meeresströmungen sich nicht an Ländergrenzen halten. Solange die Nachbarländer also weiterhin Plastik nutzen und nicht fachgerecht entsorgen, bekommt auch Indien einen Teil davon ab. Notwendig ist daher ein globaler Ansatz, wie ihn die Vereinten Nationen bereits seit einiger Zeit zu koordinieren versuchen. In einem neuen UN-Report wurde nun immerhin die Zahl von 50 Ländern genannt, in denen nachweisbar entschiedene Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Plastikmülls unternommen wurden.


Via: Treehugger

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