Feinstaub schadet der Gesundheit. Das ist eine Tatsache. Die kleinen Partikel können tief in die Lunge und andere Gewebe vordringen und begünstigen Erkrankungen der Atemwege, Lungenkrebs sowie Herz-Kreislauf-Krankheiten. Der Straßenverkehr gilt als Hauptverursacher der Feinstaubbelastung unserer Atemluft. Als Hauptproblem gelten hierbei Diesel-, aber auch Benzinmotoren. Aber auch der Abrieb von Reifen und Bremsen spielt eine Rolle. Ein Forschungsteam des King’s College London hat sich nun näher mit der Rolle des Abriebs von Bremsen beschäftigt –und kam zu dem Schluss, dass dieser Faktor nicht außer acht gelassen werden sollte.


By Rl91 (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), via Wikimedia Commons

Experimente zeigen problematische Rolle des Bremsabriebs

Das Team rund um Liza Selley wollte untersuchen, wie bedenklich der Anteil an Feinstaub von Bremsenabrieb an der allgemeinen Feinstaubbelastung ist. Bremsabrieb ist reich an Metallen, die im Körper die Entstehung von reaktiven Sauerstoffspezies fördern können. Diese Moleküle gelten als Zellgift. Metallreiche Feinstaubpartikel stehen außerdem im Verdacht, das Immunsystem am Kampf gegen bakterielle Infektionen zu hindern.

Die Forscher führten Experimente mit Feinstaub aus einer Fabrik durch, in der Bremsbeläge getestet werden, um diese Zusammenhänge näher zu untersuchen. Die Forscher setzten Zellkulturen mit Makrophagen unter Laborbedingungen diesen Feinstaubteilchen aus und kamen zu dem Ergebnis, dass die Partikel die Fähigkeit der Fresszellen zur Aufnahme von Krankheitserregern verringerten. Außerdem produzierten die Makrophagen unter Einfluss des Feinstaubs entzündungsförderliche Botenstoffe.


Metall ist das Problem

Als die Forscher jedoch sogenannte Chelatoren hinzufügten, die Metallionen binden können, blieb der negative Einfluss des Feinstaubs aus. Dies spricht dafür, dass tatsächlich die Metallkomponenten des Bremsabriebs für die Effekte verantwortlich sind.

Bei einem Vergleich mit Diesel-Feinstaub stellten die Forscher fest, dass dieser ähnliche Effekte auf das Immunsystem hat. Der Feinstaub aus Dieselmotoren enthält zwar kein Eisen oder Kupfer (die beiden Hauptbestandteile von Bremsabrieb), dafür aber andere Metalle.

Gelten die Ergebnisse auch für Menschen?

Dieselabgase und Bremsabrieb scheinen gleichermaßen toxisch auf Makrophagen zu wirken. Diese Immunzellen schützen die Lunge vor Krankheitserregern und Infektionen. Doch der Feinstaub führt dazu, dass sie Bakterien nicht mehr aufnehmen und bekämpfen können„, so das Fazit von Selley.

Die Wissenschaftler vermuten auf Basis ihrer Ergebnisse, dass auch Bremsstaub einen wesentlichen Anteil an der Entstehung von Atemwegserkrankungen durch Feinstaub haben könnte. Die Ergebnisse können dennoch nicht einfach so auf Menschen übertragen werden. Deswegen sind weitere Untersuchungen indiziert, um zu zeigen, wie die Metallpartikel im Feinstaub von Bremsabrieb die Infektionsanfälligkeit der Lungen echter Menschen beeinflussen können.

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