Mobiles Internet ist aus dem Leben vieler Menschen kaum noch wegzudenken. Doch was, wenn man in einem anderen Land ist und kein Geld für teure Roaming-Gebühren oder einfach keine Lust auf diese hat? Oder wenn in einem Krisengebiet das mobile Internet ausfällt? Die App FireChat will hier Abhilfe schaffen. Das gelingt jedoch bisher nur eingeschränkt.


Firechat Kommunikation

FireChat: Kommunikation über ein Netz aus Nutzern

Das Prinzip von FireChat ist einfach: Die Nutzer der App verbinden ihre Smartphones per Bluetooth oder WLAN zu einem sogenannten “Mesh-Netz”. Wenn ein FireChat-Nutzer in die Reichweite eines anderen kommt, wird eine Verbindung hergestellt. So bildet sich ein Netz, über das Daten ausgetauscht werden können.


Primär dient FireChat zum Austausch von Chatnachrichten, es ersetzt also erstmal keinen Zugang zum mobilen Netz. Allerdings können Nutzer mit Netzanbindung diese auch für andere User freigeben, womit aus FireChat dann eine alternative zum mobilen Netz der Anbieter wird.

Die Nutzerzahl ist entscheidend

FireChats Erfolg hängt maßgeblich von der Anzahl der Nutzer ab. Denn nur wenn sich genug User finden, die sich zu einem Netz verbinden können, hat die App auch einen echten Sinn. Dann ermöglicht sie aber Kommunikation, die so gut wie nicht abgefangen werden kann. Denn während die Chatrooms öffentlich sind, werden private Nachrichten mit einer End-to-End-Verschlüsselung für Dritte unlesbar gemacht.

Bisher sind die Nutzerzahlen jedoch noch ein Problem. Selbst in dicht besiedelten Städten wie New York funktioniert das FireChat-Netz nur eingeschränkt. Das bestätigen auch die Entwickler von FireChat: e mehr Menschen FireChat nutzen, umso besser wird es. Wir sehen es als unsere Herausforderung, in vielen Gegenden und Gesellschaften der Welt ausreichend vertreten zu sein.

Ursprünglich hatten die Macher von FireChat als Einsatzort für ihre App Großbesuche im Kopf – etwa Festivals oder den Papstbesuch auf den Philippinen. Die App ist auch dementsprechend aufgebaut. Den Kern macht der Hauptchat aus, dessen Sinn es ist, die Besucher solcher Veranstaltungen zusammen zu bringen. Es lassen sich aber eigene Räume eröffnen – der eben private Nachrichten verschicken.

Kommunikationsmittel in Krisenzeiten

FireChat ist nicht nur nützlich, um den Bewohnern großer Städte die Kommunikation zu erleichtern. Als die irakische Regierung letztes Jahr zu Beginn der Offensive gegen den ISIS den Zugang zum Netz kappte, kommunizierten Tausende von Irakern über FireChat. Ähnlich sah es bei den Protesten in Hongkong vergangenes Jahr aus. In dieser Zeit sei die App in wenigen Tagen mehr als 100.000 Mal runtergelassen worden, berichtet FireChat-Mitbegründer Micha Benoliel.

Der Ansatz von FireChat ist ohne Frage gut, da die App ihre Nutzer von einem – unter Umständen kontrollierten – Netz abkoppeln kann. Nun heißt es, die Smartphone-Besitzer dafür zu begeistern. Die Reaktionen auf die App sind jedenfalls positiv. Die New York Times sprach sogar von einer “neuen Version des Internets”.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.