Wasserkraft ist eine vergleichsweise umweltfreundliche Art der Energiegewinnung. Die dabei entstehenden Kräfte sorgen allerdings nicht nur für Energie, sondern sind auch ein ernstzunehmendes Problem für durch die Flüsse wandernde Lachse. Viele sterben bereits in den Turbinen der Staudämme. Schafft es ein Lachs dennoch auf die andere Seite des Damms, ist er zunächst dermaßen desorientiert, dass er leichte Beute ist, für Raubfische und Jagdvögel.


Um die Auswirkungen eines Staudamms auf den einzelnen Fisch nachzuweisen, hat das „Pacific Northwest National Laboratory“ nun einen Plastiksensor entwickelt. Dieser ist innen mit Messtechnik ausgestattet und außen mit Sensoren versehen. Wie ein Fisch wird die Konstruktion ins Wasser geworfen und dann von den Kräften der Natur durch die Turbinen gespült. Anschließend können die Forscher dann genau sehen, welche Kräfte auf den Sensor – beziehungsweise dann auch auf den Fisch – einwirkten.


Vergleichbar mit einer Reise vom Meer auf den Mount Everest

Erste Erkenntnisse scheinen dabei auf eine enorm hohe Belastung hinzudeuten. Die beteiligten Wissenschaftler sprechen von einer Belastung, die vergleichbar sei, wie wenn jemand innerhalb eines Augenblicks vom Meeresspiegel auf den Mount Everest reisen würde. Eine besondere Aufgabe bei der Entwicklung des Ersatzfisches war es daher, eine Konstruktion zu finden, die diese Belastungen problemlos aushält. Pro Stück kostet ein Sensor immerhin 1.200 Dollar. Es wäre also schlecht, wenn er, ähnlich wie viele Lachse, die Reise durch die Turbine nicht unbeschadet überstehen würde.

Staudämme müssen gegebenenfalls Turbinen austauschen

Zum Einsatz kommen sollen die Fischsensoren vor allem bei der Prüfung der Umweltauswirkungen von Staudämmen. Viele US-Dämme wurden in den 1970er-Jahren gebaut und müssen in den nächsten Jahren ihre Betriebserlaubnis erneuern. Dann soll auch der Sensorfisch zum Einsatz kommen. Weist dieser eine zu hohe Belastung für die Fische nach, müssten die Staudämme neue, fischfreundlichere Turbinen anschaffen. Auch bei der Entwicklung neuer Turbinen, können die gemessenen Daten der Fisch-Attrappe von Nutzen sein.

Quelle: Digital Journal

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