Man nennt sie auch die Landminen der Ozeane: Alte Fischernetze und Fangreusen, die verloren gegangen sind und herrenlos durch die Weltmeere treiben. Obwohl sie längst nicht mehr benötigt werden, stellen sie für Fische und Vögel noch immer eine tödliche Gefahr dar. So können sich die Tiere in den nicht mehr genutzten Netzen verfangen oder es bilden sich Ansammlungen von Meeresmüll, die sensible Ökosysteme durcheinanderbringen. Verschiedene Initiativen bemühen sich daher, die alten Netze einzusammeln und unschädlich zu machen. Besonders kreativ ist dabei der Ansatz „Fishing for Energy“. Dabei werden die Metallteile der Netze und Fangreusen recycelt, während der Rest kontrolliert verbrannt wird und dabei Energie produziert.


Ein Fischkutter in den Gewässern Schottlands. Foto: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=131911
Ein Fischkutter in den Gewässern Schottlands. Foto: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=131911

Kostenlose Sammelstellen sollen die illegale Entsorgung auf dem Meer verhindern

Die Netze können dabei auf legale und illegale Weise ins Meer gelangen. So kann es beispielsweise passieren, dass Fischer während der Fahrt von einem Sturm überrascht werden und die Kontrolle über ihre Netze verlieren. Diese verbleiben dann im Wasser, während der Fischkutter in den Hafen zurückkehrt. Oftmals werden alte und nicht brauchbare Netze aber auch einfach auf dem Wasser entsorgt, um sich die Gebühren für eine fachgerechte Entsorgung zu sparen. Diesem Phänomen möchte „Fishing for Energy“ entgegenwirken, indem an zahlreichen Fischerhäfen spezielle Sammelstationen eingerichtet wurden, an denen die Fischer ihre nicht mehr benötigten Netze kostenfrei abgeben können. Diese kommen dann in den Recyclingkreislauf.

Biologisch abbaubare Fangnetze könnten das Problem lösen

Es sind aber auch Freiwillige auf dem Meer unterwegs und suchen mit Sonargeräten nach alten Fangreusen. Diese werden dann mit speziellen Haken ebenfalls an die Oberfläche befördert und dann angemessen entsorgt. Insgesamt wurden dabei bisher mehr als 1,3 Millionen Kilogramm alte Fischernetze und mehr als sechshundert Fangreusen für Krabben eingesammelt. Langfristig könnte zudem eine Gesetzesänderung bei der Lösung der Problematik helfen. So ist es in den Vereinigten Arabischen Emiraten bereits vorgeschrieben, dass Fangreusen aus biologisch abbaubaren Teilen hergestellt werden. Diese zerlegen sich dann im Laufe der Zeit selbst und stellen so keine Gefahr für die Umwelt mehr dar.


Via: Gulfnews

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.