Welcher Randzonen- und Landbewohner kennt das nicht? Da zockeln fast vollkommen leere Busse von Haltestelle zu Haltestelle, während zu anderen Zeiten, wenn wirklich mal ein Bus nötig wäre, im Fahrplan eine Lücke klafft. In Schorndorf, etwa 25 Kilometer von Stuttgart entfernt, läuft nun ein Testprojekt aus, das den flexiblen Nahverkehr in den Mittelpunkt stellt.


Von Dr. Bernd GrossEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Im Idealfall startet die Fahrt direkt vor der Haustür

Die Verkehrsforscherin Laura Gebhardt gab Deutschlandfunk ein Interview zur dreijährigen Praxisstudie. Sie vertritt die Meinung, dass dieses Angebot tatsächlich Menschen motivieren könne, auf ein eigenes Auto zu verzichten. Denn dieses Nahverkehrsangebot ist flexible nutzbar, auch mitten in der Nacht, zum Beispiel nach dem Restaurantbesuch oder der Party. Der Unterschied zum Anruf-Sammeltaxi besteht darin, dass jeder Bus etwa 10 bis 15 Personen mitnehmen kann – und auf jeder Route werden natürlich so viele Passagiere wie möglich eingesammelt. Im Idealfall startet oder endet die Fahrt direkt vor der Haustür, feste Haltestellen oder Fahrpläne gibt es nicht.

Mit Unterstützung fanden sich auch ältere Passagiere zurecht

Die Bus-Bestellung erfolgt per App, was den älteren Einwohnern teilweise Schwierigkeiten bereitete. Sie waren es gewohnt, zu einer bestimmten Zeit zur Haltestelle zu laufen und dort auf ihre Fahrgelegenheit zu warten. Bei Problemen mit dem flexiblen Bus gab es aber telefonische Unterstützung und Anlaufstellen in verschiedenen Gastronomien der Stadt. Mit entsprechender Unterstützung fand sich schließlich doch jeder zurecht.


Das Fazit des Tests: Für Randgebiete und ländliche Regionen scheint das Konzept geeignet. Es spart Autofahrten ein, aber auch die ständigen Leerfahrten großer Busse. Daraus resultieren weniger Emissionen und eine Lärmreduzierung, während die bedarfsgerechte Mobilität aufblüht. Das kommt wiederum der allgemeinen Lebensqualität zugute. In Großstädten ist dieses Konzept aber fehl am Platz, hier sind zu viele Menschen unterwegs, um diese mit derart kleinen Bussen durch die Gegend zu transportieren. Das würde eher den Verkehr verschlimmern und zu weiteren Staus führen.

Quelle: deutschlandfunk.de

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