Nichts als Wind braucht ein neuartiger Roboter, um elegant wie ein Albatros knapp oberhalb einer Wasserfläche zu fliegen. Einen anderen Antrieb hat er nicht, nur eine elektronische Steuerung. Und noch etwas unterscheidet ihn von einem echten Vogel. An einer relativ kurzen Stange ist ein Kiel befestigt, der durchs Wasser gleitet. Den künstlichen Albatros hat ein Team um Gabriel Bousquet entwickelt, einen ehemaligen Doktoranden im Bereich Luft- und Raumfahrt des Massachusetts Institute of Technology in Cambridge/USA. Sein Ziel war es, ein System zu bauen, das ohne fremden Antrieb, also nur mit Windkraft, große Strecken über Meere zurücklegt und dabei wichtige Informationen zu sammeln.


Einsatz zum Verständnis des Klimawandels

Bousquet will seinen Albatros-Roboter vor allem im Südpolarmeer einsetzen, in dem es bisher kaum Möglichkeiten gibt, Daten zu sammeln. Dabei sei diese Region extrem wichtig, um Zusammenhänge beim Klimawandel zu verstehen. „Es ist extrem wichtig, mehr über das Südpolarmeer und dessen Einfluss auf den Klimawandel herauszufinden“, sagt Bousquet. Es sei sehr schwer, diese Überwachung mit herkömmlichen Mitteln zu organisieren. „Doch jetzt können wir die Energie der Umwelt nutzen, um diese langen Reisen zu ermöglichen.“


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Flugfähig schon bei schwachem Wind

Bousquet und seine Mitstreiter hatten zuvor die Flugtechnik der Albatrosse sogfältig studiert. Die Vögel mit einer Spannweite von bis zu drei Metern haben große Probleme beim Start und bei der Landung, aber sie sind excellente Flieger. Sie nutzen geschickt den Wind und den natürlichen Auftrieb, um über weite Strecken zu segeln. Das spart Kraft, denn es ist sehr mühsam, die riesigen Schwingen zu bewegen. Er nutzt den Wechsel von hoher und niedriger Windgeschwindigkeit aus, um in der Luft zu bleiben.

Mit 2,7 Kilogramm ist der Roboter-Albatros extrem leicht. Schon bei einer Windgeschwindigkeit von gut neun Kilometern pro Stunde schafft er es, zu segeln. Er erreicht eine Geschwindigkeit von 35 Kilometern pro Stunde. Der echte Albatros kann sich erst ab einer Windgeschwindigkeit von zwölf Kilometern pro Stunde in der Luft halten.

via MIT

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