Britischen Forschern ist es gelungen, ein Fluggerät zu konstruieren, dass teilweise ein Luftschiff und teilweise ein Flugzeug ist. Oder anders ausgedrückt: Die Hälfte der Zeit ist es schwerer als die Luft und die Hälfte der Zeit leichter. Der Wechsel zwischen diesen beiden Zuständen wiederum sorgt für den nötigen Schub. Der Fachmann spricht von einem Auftriebsantrieb. Den Angaben der beteiligten Forscher zufolge ist es das erste Mal weltweit, dass die Technologie erfolgreich in der Luftfahrt zum Einsatz kam. Noch handelte es sich aber um reine Testflüge über eine Distanz von lediglich 120 Metern. Später einmal soll Phoenix hingegen in einer Höhe von bis zu 20.000 Metern operieren und dauerhaft in der Luft bleiben können.


Die Schwimmblase von Fischen diente als Vorbild

Der Aufstieg des Fluggeräts erfolgt, weil sich im Rumpf Helium befindet. In diesem Punkt – und im Aussehen – erinnert Phoenix also an einen klassischen Zeppelin. Zusätzlich kann aber über einen Kompressor Luft in einen Luftsack gepumpt werden. Dadurch wird das Flugobjekt schwerer als die Luft und beginnt nach unten zu gleiten. Dieses Prinzip kommt so ähnlich auch bei der Schwimmblase von Fischen zum Einsatz. Gleichzeitig wird bei Phoenix die Druckluft nach hinten abgelassen und es entsteht ein zusätzlicher Rückstoß. Der Kompressor und einige andere Geräte an Bord werden elektrisch betrieben. Die dafür nötige Energie kann mithilfe von Solarmodulen auf den Flügeln direkt vor Ort erzeugt werden.


Das Flugzeug könnte als Pseudosatellit dienen

Die beteiligten Ingenieure gehen daher davon aus, dass das Flugobjekt mit dem neuartigen Antrieb theoretisch unbegrenzt in der Luft verbleiben kann. Die Einsatzmöglichkeiten sind dementsprechend vielfältig. So ist angedacht, auf diese Weise Kommunikationssignale zu übermitteln. Google und Facebook hatten in der Vergangenheit bereits in dieser Richtung geforscht und riesige Ballons und große Solarflugzeuge getestet. Beide Projekte wurden inzwischen aber wieder eingestellt. Der Auftriebsantrieb könnte hier für einen neuen Impuls sorgen. Gleichzeitig könnten die Nachfolger des Prototypen Phoenix aber auch genutzt werden, um Raketen in großer Höhe starten zu lassen. Aktuell sind die beteiligten Forscher allerdings zunächst auf der Suche nach einem Partner aus der Industrie.

Via: New Atlas

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