Die Symbolik hätte nicht treffender sein können: Unmittelbar vor dem Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart, in dem die große Geschichte des Automobilkonzerns mit dem Stern gewürdigt wird, konnten Zuschauer nun einen Blick in die Zukunft werfen. Denn das Flugtaxi des Startups Volocopter flog dort für rund vier Minuten seine Runden. Der Ort war natürlich nicht zufällig gewählt: Mercedes ist an dem Startup beteiligt und nutzte den Flug in Deutschland zu PR-Zwecken. So war unter anderem auch der neue Daimler-Chef Ola Källenius vor Ort und zeigte sich begeistert von der Neuentwicklung. Allerdings zeigte der Flug auch noch einige Limitierungen auf. So sollen Flugtaxis zukünftig eigentlich komplett autonom fliegen. In Stuttgart wurde der Volocopter aber noch von einem Piloten am Boden gesteuert.


Baden-Württembergs Ministerpräsident zeigt sich begeistert

Aus rein technischer Sicht wäre das nicht nötig gewesen. Denn das neuartige Fluggerät hat seinen autonomen Jungfernflug bereits vor rund zwei Jahren in Dubai absolviert. In Deutschland fehlt dafür aber noch die rechtliche Grundlage. Selbiges gilt für einen kommerziellen Betrieb von Flugtaxis. Hier zeigte sich Volocopter-Chef Florian Reuter aber optimistisch: Er rechnet mit einer Lösung innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre. Die Unterstützung der Politik scheint dem Projekt jedenfalls gewiss zu sein. Denn auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann lobte den Volocopter und kündigte an, diesen auch selbst nutzen zu wollen. Allerdings dürften die ersten kommerziellen Flüge in Deutschland noch mit einem Piloten an Bord stattfinden. Erfahrungen aus der Luftfahrtbranche jedenfalls haben gezeigt, dass sich die Kunden dadurch deutlich sicherer fühlen.


Deutschland könnte bei Flugtaxis eine Führungsrolle übernehmen

Der Volocopter ähnelt vom Aussehen her ein wenig einem Helikopter. Er wird aber von insgesamt 18 Rotoren in der Luft gehalten, die von einem Elektromotor angetrieben werden. Eingesetzt werden sollen die Flugtaxis vor allem in dicht besiedelten Innenstädten. Dort können sie helfen, die Verkehrssituation zu entspannen, indem sie Staus einfach überfliegen. Neben Volocopter arbeiten aber auch noch einige andere Startups an ähnlichen Plänen. So entwickelt die Münchener Firma Lilium Aviation ein Elektroflugzeug im Mini-Format, das über ähnliche Fähigkeiten verfügen soll. Auch hier fand bereits ein erfolgreicher Testflug in Deutschland statt. Grundsätzlich scheint Deutschland auf dem Gebiet der Flugtaxis also gut aufgestellt zu sein. Experten verweisen aber darauf, dass nun zügig auch die entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen.

Via: Der Spiegel

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