Unter dem Namen Pop.Up-Next hat Audi ein Konzept entwickelt, bei dem Passagiere teilweise auf der Straße und teilweise in der Luft transportiert werden. Inzwischen ließ sich der Ansatz auch erstmals live beobachten: Auf der Drone-Week in Amsterdam wurde ein Prototyp präsentiert. Eine wirkliche Personenbeförderung fand allerdings noch nicht statt. Dies wäre auch schwierig geworden, denn es handelte sich um ein Modell im Maßstab 1:4. Zumindest lies sich aber beobachten, wie der Transport später einmal funktionieren soll. So besteht die Konstruktion aus drei verschiedenen Modulen: Einer elektrischen Antriebseinheit, einer Transportkapsel und einer fliegenden Drohne. Auf der Straße handelt es sich zunächst um ein reines autonomes Elektroauto. Im Fall eines Staus kann aber die Drohne herbeigerufen werden und die Passagierkapsel übernehmen.


Der Luftraum soll Städte vor dem Verkehrskollaps bewahren

Anschließend geht es dann per Luftpost ans Ziel. Ebenfalls möglich ist es, die Transportkapsel wiederum auf einer anderen Antriebseinheit abzusetzen. In einem nächsten Schritt wollen die Entwickler nun einen Prototypen in Originalgröße bauen und damit die Grenzen des bereits jetzt technisch machbaren weiter ausloten. Bernd Martens, IT-Vorstand bei Audi, ist sich jedenfalls sicher: „Flugtaxis werden kommen.“ Seine Argumentation bezieht sich auch auf die soziologische Entwicklung weltweit. So würden auf der einen Seite immer mehr Menschen in die Städte ziehen. Gleichzeitig erhöht sich durch die zunehmende Automatisierung auch die Mobilität der Bevölkerung. Die klassischen Verkehrsmittel könnten dadurch an ihre Kapazitätsgrenzen gelangen – und ein weiterer Ausbau nicht ohne Weiteres möglich sein. Auch deshalb richtet sich der Blick der Ingenieure in die Luft.


Hubschrauberflüge haben bisher nur eine begrenzte Zielgruppe

Als Zielgruppe für Flugtaxis definiert der Konzern vor allem Ältere, Kinder und Menschen ohne Führerschein. Noch ist dies aber Zukunftsmusik. Denn aktuell bietet Audi in Südamerika in Zusammenarbeit mit der Airbus-Tochter Voom Hubschrauberflüge an. Die Passagiere werden dabei mit einem Auto zum Fluggerät gebracht und am Zielort auch wieder abgeholt. Bisher können sich diesen Service aber natürlich nur sehr reiche Menschen leisten. Mit dem geplanten Flugtaxis soll die fliegende Mobilität hingegen auch für andere Bevölkerungsschichten erschwinglich werden. Audi ist aber keineswegs das einzige deutsche Unternehmen, das an fliegenden Autos arbeitet. So will auch das Münchener Startup Lilium Aviation ein Flugtaxi entwickeln – und konnte immerhin Frank Thelen als Fan und Investor gewinnen.

Via: New Atlas

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