Fossile Brennstoffe sind nach wie vor ein Problem. Nicht nur, weil bei ihrer Verbrennung CO2 freigesetzt wird, sondern auch, weil sie aus einem endlichen Ressourcenpool stammen. Forscher der Washington State University haben für Flugzeugbenzin nun eine Alternative gefunden, bei der gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Sie stellen Kerosin aus alten PET-Flaschen und anderem Plastikmüll her.


Bild: Roger Green from BEDFORD, UK, derivative work Lämpel [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Aktivkohle wandelt Plastikmüll

Kerosin kommt bei nahezu allen kommerziellen Flugbewegungen zum Einsatz, was eine Mitschuld an der schlechten CO2-Bilanz des Flugverkehrs trägt. Um das Fliegen klimafreundlicher zu gestalten, arbeiten Forscher weltweit an entsprechenden Alternativen.

Eine Mögliche Alternative zur Herstellung von Flugzeugbenzin kommt nun von einem Team rund um Yayun Thang von der Washington State University. Die Forscher entwickelten eine Methode, um Plastikabfall chemisch zu Diesel und Kerosin umzuwandeln. Der Kern der Methode ist das Erhitzen von Polyethylen und anderem Kunststoff unter Zusetzung von Aktivkohle. Letztere arbeitet als Katalysator und fördert das Zersetzen der Plastikpolymere zu verschiedenen kleineren Kohlenwasserstoffen.


Plastik ist sehr schwer aufzubrechen. Man muss deshalb einen Katalysator zusetzen, der hilft, die chemischen Bindungen im Kunststoff zu spalten„, so Hanwu Lei, ein Kollege von Zhang. Das Team zerkleinerte PET-Flaschen, Plastiktüten und andere Plastikabfälle zu Stücken von der Größe eines Reiskorns und streuten das entstehende Granulat auf eine Aktivkohleschicht. Dann entzogen Sie den Sauerstoff und erhitzten das Granulat auf 430 bis 580 Grad Celsius.

Treibstoff aus Kunststoffen

Durch die Hitze wurden die Kunststoffe zersetzt – und zwar in eine Mischung aus Kohlkenwasserstoffen sowie diversen Gasen, unter anderem Wasserstoff. „Unter optimalen Bedingungen bestehen 100 Prozent der flüssigen Reaktionsprodukte aus Alkanen und ringförmigen Kohlenwasserstoffen, wie sie für Flugzeug-Kraftstoffe typisch sind„, so die Forscher. Nach einigen weiteren Schritten erhielten die Forscher eine Mischung aus Kerosin und etwa 15 Prozent Diesel. Der Treibstoff habe dabei gute Qualität, berichten die Wissenschaftler. Auch die bei dem Prozess entstehenden Nebengase lassen sich weiterverwenden. Den Forschern gelang es so, nahezu 100 Prozent des in Plastikmüll enthaltenen Energiegehalts zu nutzen. Und auch die Aktivkohle kann wiederverwendet werden.

Die Forscher gehen fest davon aus, das Verfahren hochskalieren und so zum Umgang mit Plastikmüll beitragen zu können. „ Plastikmüll ist ein enormes Problem weltweit. Dies ist eine sehr gute und relativ einfache Methode, um diese Kunststoffe zu recyceln„, so Lei.

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1 Kommentar

  1. dkallend

    10. Juni 2019 at 18:40

    oh… da wird jetz aber ein ganz alter Hut aus der Schublade gezogen. War vielleicht nicht das identische Verfahren, was da vor etwa 30 Jahren gebaut werden sollte…
    http://petershagen.bund.net/uploads/media/Juni1991_Hausmuellpyrolyse_AKP.pdf

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