Der klassische Gameboy wurde noch durch herkömmliche Batterien mit Alkali-Mangan-Zelle mit Strom versorgt. Bei den ersten Smartphones wurden dann bereits leistungsfähigere Lithium-Ionen-Akkus verwendet. Aus eigener Erfahrung dürften aber die meisten wissen: So richtig lange kommt das moderne Handy nicht ohne Aufladen aus. Forscher in den Vereinigten Staaten rund um Victoria K. Davis arbeiten daher bereits seit einiger Zeit an Flouridionenakkus. Diese bringen in der Theorie eine Reihe von Vorteilen mit sich. Der wichtigste: Die Akkulaufzeit soll rund achtmal so groß sein wie bei den bisher genutzten Modellen. Die verwendeten Flouride sind aber nicht nur sehr reaktionsfreudig, sondern auch noch stark ätzende. Dementsprechend schwierig ist eine sinnvolle Nutzung.


Ein neues Lösungsmittel sorgte für die entscheidende Verbesserung

Bisher konnten Flouridionenakkus daher nur bei Temperaturen von mehr als 150 Grad Celsius genutzt werden. Für den Einsatz im Smartphone in der Hosentasche waren sie daher denkbar ungeeignet. Der Durchbruch gelang nun durch die Verwendung eines neuen Elektrolyten. Bisher wurden dafür Feststoffe verwendet, die ihre Leitfähigkeit aber eben erst bei recht hohen Temperaturen erreichten. Stattdessen kommt nun ein Lösungsmittel zum Einsatz, das über eine gute Leitfähigkeit verfügt und trotz der hohen Spannungen nicht selbst zersetzt wird. Ein erster Prototyp konnte auf diese Weise im Labor bereits bei Raumtemperatur betrieben werden. Insgesamt bringt es der neue Ansatz bisher aber erst auf sieben Lade- und Entladezyklen bei normaler Temperatur. Es liegt also noch etwas Arbeit vor den Forschern.


Einige Jahre Forschungsarbeit sind noch nötig

Aktuell ist daher auch noch völlig unklar, wann aus dem Durchbruch im Labor ein erstes konkretes Produkt für den Massenmarkt wird. Der Zeitpunkt für eine solche Entwicklung ist allerdings recht günstig. Denn neben den Smartphone-Herstellern suchen auch die Autobauer dringend nach verbesserten Speichermöglichkeiten für Elektrizität. Für sie gilt: Je seltener ein Elektroauto geladen werden muss, desto besser. Die Industrie sollte also ausreichend Geld zur Verfügung stellen, um das Potential des Flouridionenakkus vollständig zu erforschen. Experten gehen dennoch davon aus, dass noch einige Jahre an Grundlagenforschung notwendig sind. Parallel dazu wird natürlich auch an weiteren Ansätzen geforscht – etwa Lithium-Eisen-Oxid-Akkus. Es bleibt abzuwarten, welche Technik sich letztlich durchsetzen wird.

Via: Extreme Tech

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.