Für Langstreckenflugzeuge gibt es weltweit nur zwei große Hersteller: Airbus und Boeing. Deren Flugzeuge unterscheiden sich in der grundsätzlichen Konstruktionsweise aber kaum: Die Passagiere sitzen in einer Kabine in der Mitte, während die Tragflächen außen angebracht sind. Der Berliner Student Justus Benad hatte während eines Praktikums bei Airbus aber eine andere Idee. Er konzipierte ein Flugzeug, bei dem die Passagiere direkt in den Tragflächen sitzen. Diese stehen zudem nicht mehr zur Seite ab, sondern verlaufen in Form eines Vs nach hinten. Passenderweise erhielt das Flugzeug daher auch schon den Spitznamen Flying V. Eine erste Miniversion des Fliegers hob bereits im Jahr 2014 ab – allerdings noch ohne Motor und lediglich zu aerodynamischen Tests.


Bild: TU Delft

Die Turbinen sind in die Mitte des Fliegers gewandert

Inzwischen wird die Entwicklung an der TU Delft vorangetrieben. Dort hat sich auch ein weiteres bekannte Unternehmen aus der Luftfahrtbranche dem Projekt angeschlossen: Mithilfe der niederländischen Fluggesellschaft KLM soll ein erster Prototyp in deutlich verkleinertem Maßstab gebaut werden. Dieser wird dann noch in diesem Jahr zu ersten echten Testflügen aufbrechen. Dabei soll vor allem geschaut werden, ob die innovative Konstruktion auch den gewaltigen Belastungen bei Start und Landung standhalten kann. Angetrieben wird das Flugzeug auch weiterhin von klassischen Turbinen. Diese sind nun in der Mitte des Flugzeugs auf der oberen Seite montiert. Theoretisch könnte das Flying V allerdings auch mit einem Elektromotor angetrieben werden. Noch ist die technologische Entwicklung in diesem Bereich aber nicht weit genug voran gekommen.

Der Treibstoff-Verbrauch kann um ein Fünftel reduziert werden

Dennoch dürfte sich das neue Design positiv auf Klima und Umwelt auswirken. Denn der Vorteil des Flying V liegt in dem geringen Spritverbrauch. Obwohl er genau so viele Passagiere transportieren kann wie Airbus A350 ist der neue Flugzeugtyp deutlich kleiner und generiert so weniger Luftwiderstand. Ersten Berechnungen zufolge könnte der Kerosin-Verbrauch dadurch um bis zu zwanzig Prozent sinken. Noch ist aber unklar, ob das Konzept jemals in großer Stückzahl realisiert wird. Denn dazu wären lediglich die beiden großen Anbieter Airbus oder Boeing in der Lage. Dort will man aber zunächst die weitere Forschungsarbeit abwarten. Erste gute Anzeichen gibt es aber durchaus. So hat Airbus das Patent an dem V-förmigen Design bereits gekauft.


Via: Yahoo News

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1 Kommentar

  1. Björn

    7. Juni 2019 at 07:48

    Gekaufte Patente sind nicht wirklich positiv. . .
    Desweiteren müssten die Landungsbrücken angepasst werden, da ich mir nicht vorstellen kann dass Menschen warten oder sich im Reißverschlussverfahren zum Ausgang begeben. Ob das Flugpersonal auslangt glaub ich auch nicht.

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