Lange Zeit waren die Supermärkte in Neuseeland in Sachen Vermeidung von Plastikmüll nicht besonders vorbildlich. So war es üblich, dass die Einkäufe an der Kasse extra in kleine Plastiktüten gepackt wurden. Nur wer darauf bestand, durfte auch seine eigene Tragetasche verwenden. Inzwischen verzichten die meisten Supermärkte allerdings komplett auf Plastiktüten. Im Sommer wird zudem ein staatliches Verbot folgen. Ein Supermarkt im Süden des Inselstaates geht inzwischen aber noch einen Schritt weiter. Die von Nigel Bond betriebene Filiale der genossenschaftlich betriebenen Kette New World bietet Obst und Gemüse komplett ohne schützende Plastikverpackung an. Möglich ist dies, weil auch die Zulieferer sich der Thematik nicht verschlossen haben und die Produkte mittlerweile ohne Verpackung ausliefern.


Bild: New World Bishopdale

Unverpackte Frühlingszwiebeln sind bei den Kunden extrem beliebt

Bond ist in dieser Frage ein Überzeugungstäter. Er wollte durch die Maßnahme in erster Linie die Umwelt schützen. Aus geschäftlicher Sicht hatte der Unternehmer sogar eher Bedenken: „Wenn du solche Projekte startest, können sie auch im Desaster enden und zu einem Kundenrückgang führen.“ Doch das exakte Gegenteil war der Fall. Seit Obst und Gemüse ohne Plastikverpackung angeboten wird, sind die Verkaufszahlen einzelner Produkte durch die Decke geschossen. So stieg der Umsatz mit Frühlingszwiebeln auf Jahresbasis um 300 Prozent. Ähnliche Anstiege ließen sich auch bei Mangold und Radieschen beobachten. Grundsätzlich stiegen die Verkäufe zudem bei allen Obst- und Gemüsesorten im Angebot. Inzwischen haben daher acht bis neun weitere Filialen der Supermarktkette den Ansatz übernommen.

Einwegplastik ist das größte Problem

Viele Kunden dürften sich allerdings gar nicht bewusst sein, dass sie durch das neue Konzept mehr Obst und Gemüse kaufen. Vielmehr vermutet Bond, dass sich durch den Wegfall der Verpackungen die Gerüche besser ausbreiten können – und dies letztlich öfter zu einer Kaufentscheidung führt. Wissenschaftlich untersucht wurde diese These aber natürlich noch nicht. Die Aktion des Supermarkts ist vor dem Hintergrund der weltweiten Problematik mit Plastikmüll zu sehen: Von den 300 Millionen Tonnen an jährlich anfallendem Plastikmüll wird rund die Hälfte nur einmal genutzt und dann weg geworfen. Dies war auch bei den Lebensmittelverpackungen der Fall. Einige Produkte müssen aus verschiedenen Gründen allerdings auch weiterhin mit einer Plastikverpackung angeliefert werden. Diese ist aber nun in den meisten Fällen zumindest recycelbar.


Via: NZ Herald

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