Katzen jagen unter anderem auch Vögel, so viel ist klar. Und unsere heimischen Singvögel befinden sich derzeit teilweise in prekärer Lage. Ihre Population ist insgesamt stark gesunken, beinahe die Hälfte aller Brutvögel in Deutschland finden sich inzwischen auf der Roten Liste wieder, einige weitere Arten haben die Vorwarnliste erreicht. Wäre es in diesem Zusammenhang nicht besser, den Katzen ein Ausgehverbot zu erteilen?


Foto: Yvonne Salmen
Foto: Yvonne Salmen

Katzen töten in Deutschland jährlich bis zu 100 Millionen Vögel

Es geht nicht nur um die Vögel, das machen die Zahlen aus den USA deutlich: Katzen töten dort bis zu 300 Millionen Amphibien pro Jahr, bis zu 820 Millionen Reptilien und zwischen 1,3 und 4 Milliarden Vögel. Die Zahl der durch die kleinen Räuber getöteten Säugetiere liegt laut Schätzungen sogar irgendwo zwischen 6,3 und 22,3 Milliarden. Der Naturschutzbund Deutschland schätzt, dass in Deutschland zwischen 25 und 100 Millionen Vögel jagdlustigen Hauskatzen zum Opfer fallen, insgesamt leben hierzulande 500 Millionen gefiederte Freunde. In den Niederlanden sieht es sicher nicht viel anders aus, darum haben die beiden Juristen Han Somsen und Arie Trouwborst, die an der Universität Tilburg arbeiten, nun vorgeschlagen, Hauskatzen ein Ausgehverbot zu erteilen. Schließlich handelt es sich um eine invasive Art aus Vorderasien, die jedoch schon sehr lange Sofa, Bett und Garten mit uns teilt.

Ausgehverbot kann teilweise Tierquälerei sein

Katzenhalter, die ihren Tieren Freigang gewähren, werden nun sicher protestieren: Viele Tiere möchten gar nicht ausschließlich im Haus leben, sie benötigen ihre Zeit draußen, um auf Bäume zu klettern, durchs Gras zu streifen und mit Artgenossen zu interagieren. Auch reagieren nicht alle Katzen positiv darauf, ein Geschirr mit Leine zu tragen. Die Befürchtung, ein Ausgehverbot könne teilweise in Tierquälerei ausarten, steht im Raum. Der Nabu-Vogelexperte Lars Lachmann entschärft die Forderung der Niederländer immerhin. Er appelliert zwar, das Katzenproblem ernstzunehmen, würde das Freigangverbot aber lieber lokal begrenzen. Rechtlich gesehen gäbe es bei einer flächendeckenden Maßnahme ohnehin Probleme.


Auch Fensterscheiben töten Vögel, so Lachmann. Trotzdem spielt niemand mit dem Gedanken, Glasflächen an Gebäuden zu verbieten. In bestimmten Gebieten, die von streng geschützten Vogelarten besiedelt werden, macht ein Katzen-Ausgehverbot aus Sicht des Nabu jedoch Sinn. Was denkt ihr darüber?

Quelle: schwarzwaelder-bote.de, br.de

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