Eine Vielzahl von Tierarten sind derzeit vom Aussterben bedroht. Durch menschlichen Einfluss ist immer mehr tierischer Lebensraum bedroht. Ein akutes Beispiel: Momentan gibt es nur noch fünf (!) Irrawaddy-Flußdelphine im Mekong-Delta. Umso wohltuender ist es, wenn auch heutzutage noch neue Tierarten entdeckt werden. So geschehen ist das eventuell kürzlich in der Nähe der Antarktis.


Antarctica
Bild: Antarctica, Andreas Kambanis, Flickr, CC BY-SA 2.0

Neues Signal vor der Antarktis

Nach einem Bericht der BBC hat eine Gruppe Forscher, die in der Nähe der Antarktis Walgesänge aufnehmen, einen einzigartigen Gesang in die Mikrofone bekommen, der möglicherweise einer bisher unbekannten Spezies der Schnabelwale zuzuordnen ist.

Schnabelwale gehören zu den bisher eher weniger erforschten und verstandenen Walarten. Sie machen die zweitgrößte Art der Wale insgesamt aus. Erst vor kurzem wurden ganz erstaunliche Erkenntnisse über ihre Tauchfähigkeiten gewonnen. Ein Paar Cuvier-Schnabelwale tauchte über eine Dauer von 2 Stunden 17 Minuten und 30 Sekunden auf eine Tiefe von 2992 Metern. Beide Werte stellen für Säugetiere einen neuen Rekord dar.


Des weiteren sind die Schnabelwale die einzigen Wale, die FM-Signale nutzen, um unter Wasser Hindernisse zu orten. Dabei scheinen die Signalfrequenzen von Spezies zu Spezies unterschiedlich zu sein.

Neue Signatur aufgenommen

Die Signalsignaturen der Ortungsgesänge von Schnabelwalen werden gerade von einem Team rund um Jennifer Trickey von der Scripps Institution for Oceanography erforscht. Eines der aufgenommen Signale (an das die Signatur Antarctic BW29 vergeben wurde) entsprach keiner der bisher von Schnabelwalen bekannten Signalstruktur. Dies lässt den Schluss zu, dass es sich um das Signal einer neuen Spezies der Schnabelwale handelt.

Bisher sind 22 Spezies der Schnabelwale bekannt, die letzte davon wurde vor etwa einem Jahr entdeckt. Davon sind fünf in dem Raum angesiedelt, in dem das Signal aufgenommen wurde. Zwei davon konnten von dem Forschungsteam bereits definitiv als für das Signal verantwortlich ausgeschlossen werden. Die anderen drei Spezies werden momentan noch untersucht, aber vieles spricht dafür, dass das Signal von einer bisher nicht bekannten Spezies kommt. Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Größe des Wals und der Signalfrequenz, es ist also noch möglich, dass das Signal von einer der drei bisher bekannten Arten kommt. Interessant sind die Ergebnisse dennoch, und sollte sich die Vermutung der Forscher bestätigen, wäre dies eine gute Nachricht im Sinne der generell gefährdeten Walbestände.

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