Die Ebola-Epidemie in Westafrika scheint inzwischen glücklicherweise unter Kontrolle zu sein. Zukünftige Ausbrüche sollen zudem durch einen neuen Impfstoff schneller eingedämmt werden können. Dieser erwies sich in den abschließenden Laboruntersuchungen als einhundert Prozent wirksam. Allerdings ist das Virus nicht nur für Menschen tödlich, sondern auch für die artverwandten Menschenaffen – also Gorillas, Orang-Utans und Schimpansen. So ist das Ebola-Virus inzwischen beispielsweise für jeden dritten Tod eines Gorillas verantwortlich. Die Großaffen zu impfen ist allerdings ungleich schwerer als bei Menschen. Denn während Zootiere ebenfalls einfach eine Spritze bekommen können, müssen sich die Forscher in freier Wildbahn etwas anderes überlegen. Ein internationales Forschungsteam hat daher eine Schluckimpfung für Affen entwickelt.


Der Impfstoff wird in einem Essensköder versteckt

Diese soll beispielsweise in Essensköder integriert werden und kann so auch bei Tieren in freier Wildbahn recht gefahrlos zum Einsatz kommen. Bisher ist zwar noch unklar, wie genau der Köder aussehen wird und ob die Tiere diesen tatsächlich annehmen werden. Es ist aber auf jeden Fall ein deutlich erfolgsversprechender Ansatz als jedes Tier einzeln mit einer Impfung per Spritze zu versehen. Die bisherigen Tests konnten zudem, aufgrund der verschärften Sicherheitsbedingungen bei Forschungsarbeiten mit dem Virus, nur unter Laborbedingungen an Affen durchgeführt werden. Experten gehen allerdings davon aus, dass sich die Impfwirkung auch in der freien Wildbahn vollständig entfalten wird.


Inzwischen sind Laborversuche an gefangenen Schimpansen untersagt

Getestet wurde der Impfstoff an zehn Schimpansen in Gefangenschaft. Es könnte aber gut sein, dass dies zukünftig in dieser Form nicht mehr möglich sein wird. Denn die US-Behörden haben inzwischen Tierversuche mit gefangenen Schimpansen weitgehend verboten. Peter Walsh, Lead Autor der nun veröffentlichten Studie über den Ebola-Impfstoff für Affen, ist davon nicht wirklich begeistert: „Die Forschungsarbeit wird deutlich teurer, spekulativer und unsicherer, wenn wir keine Gefangenen Schimpansen nutzen“, so der Wissenschaftler. So müssten die Tests eines potentiellen Impfstoffs zukünftig in freier Wildbahn durchgeführt werden. Dort kann es aber schwierig sein, andere Umweltfaktoren auszuschließen.

Via: Popsci

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