Allein in Deutschland gibt es nach Angaben des Umweltbundesamtes in Dessau mehr als eine Viertel Million Altlasten, meist Industriebrachen, deren Böden verseucht sind. Oft sind sie mit giftigen Schwermetallen durchsetzt, etwa Blei und Cadmium. Wenn diese Flächen wieder genutzt werden sollen, etwa um Wohnhäuser zu erreichten, muss der Boden oft metertief abgebaggert und auf Deponien gelagert werden.


Es geht auch anders, sagen Forscher der Stanford University in Kalifornien. Sie haben ein Waschverfahren entwickelt, bei dem alle Schwermetall-Ionen entfernt werden. Se klammern sich an eine Chemikalie namens Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA), das ist eine Flüssigkeit, die mit Wasser verdünnt wird. Der verseuchte Boden wird in ein Gefäß gefüllt, das nach unten mit einem feinmaschigen Sieb abgeschlossen ist. Das Wasser-Chemikalien-Gemisch rieselt hindurch. Dabei verbinden sich die positiv geladenen Metallionen mit den negativ geladenen EDTA-Teilchen. Aufgefangen wird ein Mix aus Wasser und Metallionen, die an EDTA-Teilchen „kleben“.

Bild: Frauenstein / Umweltbundesamt

Bodenentgiftung ähnelt dem Aufbrühen von Kaffee

„Es ist wie beim Aufbrühen von Filterkaffee“, sagt der Materialwissenschaftler Professor Yi Cui. „Man gießt eine Flüssigkeit in den Boden. Sie rieselt hindurch und am Ende findet sich das angereicherte Wasser.“ Das Team um Cui hat bisher Böden gereinigt, die mit den hochgiftigen Schwermetallen Blei und Cadmium sowie mit Kupfer verseucht waren, das in hohen Konzentrationen ebenfalls gesundheitsgefährdend ist. Als nächstes geht es um die Reinigung von Böden, die mit Quecksilber belastet ist, das noch gefährlicher ist. Die derart gereinigten Böden werden dort wieder angelagert wo sie hergekommen sind.


Alles wird recycelt, Rückstände gibt es nicht

Das Auswaschen ist der erste Schritt. Im zweiten müssen die Metallionen von den EDTA-Teilchen getrennt werden. Das geschieht in einem elektrischen Feld, das positiv geladene Teilchen zur einen Seite zieht, negativ geladene zur anderen Seite. Übrig bleiben reines Wasser und EDTA, die erneut als Bodenwäscher genutzt werden können, und Schwermetall. Dieses lässt sich wiederverwerten.

Um verseuchte Böden nicht deponieren zu müssen hat es Versuche gegeben, Pflanzen anzubauen, die gezielt Schwermetalle in ihrer Biomasse aufnehmen. Diese wird nach einer gewissen Zeit geerntet und verbrannt. Übrig bleiben auch hier die Schwermetalle, um recycelt zu werden. Das Verfahren funktioniert, hat aber einen gravierenden Nachteil: Es dauert oft Jahre, bis die Böden entseucht sind. Das Stanford-Verfahren braucht allenfalls -Stunden.

via Stanford University

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