Eine Krebserkrankung ist immer eine schockierende Diagnose. Je nach Art und Stadium der Erkrankung bestehen dabei unterschiedliche Heilungschancen. Eine der höchsten Todesraten hat der Bauchspeicheldrüsenkrebs. Obwohl er nur relativ selten auftritt, ist er doch die Krebsart mit den viertmeisten Todesfolgen in Deutschland. Dies liegt daran, dass der Tumor heute zumeist erst erkannt wird, wenn es für eine erfolgreiche Behandlung bereits zu spät ist. In einer breit angelegten Gesundheitsstudie haben Forscher des „Massachusetts Institute of Technology“, des „Dana-FarberCancer Institute“ und des „Broad Institute“ nun festgestellt, dass Patienten, bei denen später ein Tumor in der Bauchspeicheldrüse entdeckt wurde, bereits Jahre zuvor einen erhöhten Wert bei bestimmten Amino-Säuren aufwiesen.


Wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift „Nature Medicine“ berichteten, sammelten sie für ihre Untersuchung Daten von verschiedenen Gesundheitsstudien. Dabei hatten die Probanden zu Beginn der Studien jeweils eine Blutprobe abgegeben und anschließend regelmäßig von ihrer gesundheitlichen Entwicklung berichtet. Insgesamt erhielten die Forscher so Zugriff auf 1.500 Datensätze. Diese wiederum unterteilten sie in zwei Gruppen: Auf der einen Seite die Probanden, die später an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkranken sollten. Als Kontrollgruppe wiederum fungierten die Probanden bei denen bisher keine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse festgestellt wurde.


Frühzeitige Erkennung könnte Überlebenschancen verbessern

Die Ergebnisse waren verblüffend. Alle Patienten mit kommender Tumor-Diagnose in der Bauchspeicheldrüse wiesen bei drei Amino-Säuren deutlich erhöhte – von der Kontrollgruppe abweichende – Werte auf. Die betroffenen Amino-Säuren waren: Leucin, Isoleucin und Valin. Die erhöhten Werte bei diesen drei Amino-Säuren deuten darauf hin, dass es bereits zu einem sehr frühen Stadium der Erkrankung zu einer Veränderung des Muskelgewebes kommt. In Zukunft könnte es gelingen, mit Hilfe einer Überwachung dieser Werte, Pankreas-Tumore frühzeitig zu erkennen und anschließend erfolgreich zu behandeln. Bisher sind lediglich gut zehn Prozent der entdeckten Tumore in der Bauchspeicheldrüse noch operabel. Durch eine frühere Diagnose ließe sich dieser Wert deutlich erhöhen.

Weitere Forschung notwendig

Die Forscher können bisher noch nicht erklären, wieso es zu der Erhöhung der Amino-Säuren kommt. Bei anderen Krebsarten lässt sich dieser frühzeitige Anstieg jedenfalls nicht beobachten. Auch die genaue zeitliche Abfolge zwischen Erhöhung der Amino-Säuren und der eigentlichen Erkrankung bleibt zunächst noch unklar: In der Studie erkrankten die Probanden mit erhöhten Werten zwischen einem und zehn Jahren später an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Explizit weisen die Wissenschaftler auf die Notwendigkeit weiterer Forschungen hin: So müssen die Ergebnisse der Studie zunächst noch mit einer größeren Anzahl an Probanden reproduziert und validiert werden. Dabei – so die Hoffnung – könnten auch weitere Indikatoren auffallen, die auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse hindeuten. Anschließend könnte dann mit der Entwicklung von Tests und neuen Behandlungsmethoden begonnen werden. Auf Dauer könnte es so gelingen, die Zahl von 40.000 jährlichen Todesfällen alleine in den USA, deutlich zu senken.

Quelle: MIT News

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