Mit einer neuen Strategie entwickeln US-Wissenschaftler einen Impfstoff gegen den gefürchteten Zika-Virus, der vor allem ungeborenem Leben gefährlich wird. Das Team verpackt sogenannte Boten-RNA, das ist genetisches Material, in einen Behälter. Dieser ist so klein, dass er in Zellkerne vordringen kann. Dort verwandelt sich die RNA in Proteine, die eine Immunantwort des Körpers auslöst. „Es funktioniert wie ein synthetischer Viruns“, sagt Omar Khan, der dem Team angehört. Es könne die Krankheit allerdings nicht auslösen und sich auch nicht im Körper vermehren.


RNA-Impfstoffe sind so attraktiv, weil sie die Zellen, in die sie eindringen, zahlreiche Kopien der Information herzustellen, die das genetische Material in sich trägt. Das löst eine besonders starke Immunreaktion des Körpers aus. Die Chancen, den Virus zu besiegen, steigt dadurch deutlich an.


Boten-RNA im „Astgewirr“

Es war allerdings nicht so einfach, ein geeignetes Gefäß zu finden, in dem die Boten-RNA transportiert werden konnte. Die Forscher verfielen auf so genannte Dendrime, das sind chemische Verbindungen, deren Bausteine ähnlich den Ästen eines Baumes aufgebaut sind. In dieses „Astgewirr“ schmuggelten sie die RNA. Dieses Molekül lässt sich dazu bringen, sich wieder und wieder zu falten. Am Ende handelt es sich um einen Körper mit einem Durchmesser von 150 Nanometern – ein Namometer ist ein Millionstel Millimeter. Typische Viren sind ähnlich groß. Das ermöglicht es den zusammengefalteten Dendrimen, in die Körperzellen einzudringen und dort ihre Wirkung zu entfalten.

Forscher drücken aufs Tempo

Mit dieser Technik gelang es bereits, Test-Impfstoffe gegen Ebola, eine Spezialform der Grippe (H1N1) und gegen den Parasiten Toxoplasma gondii herzustellen, der bei Menschen Toxoplasmose auslöst, eine grippeähnliche Krankheit.

Weil die MIT-Forscher nicht mit dem Zika-Virus selbst arbeiten müssen, wie es bei der Entwicklung von Impfstoffe üblich ist, glauben sie, dass sie schneller ein wirkungsvolles Präparat entwickeln können als auf dem klassischen Weg. Wie lange sie brauchen lässt sich noch nicht sagen. Bei Mäusen klappt es schon.

 

via MIT

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