Krebstherapie ist ein beliebtes Forschungsfeld. Kein Wunder, schließlich starben 2013 allein in Deutschland über 220.000 Menschen an Krebserkrankungen. Neue Therapien erhalten deshalb viel Beachtung. So auch eine neue Therapie-Methode, die hitzesuchende Liposome im Kampf gegen Krebszellen anwendet.


Krebszellen
Foto: Killer T cells surround a cancer cell, NIH Image Gallery, Flickr, CC BY-SA 2.0

Liposome als zielgerichtete Transportmittel

Ein Liposom ist ein kleines Vesikel, dass eine wässrige Phase einschließt und dessen Membran aus einer Doppelschicht von Molekülen besteht. Diese Membran hat sowohl eine fettliebende (lipophile) als auch eine wasserliebende (hydrophile) Seite. Liposome haben enormes Potential im Bereich der Nanomedizin. Sie dienen als Transportmethode für Medikamente. Die richtige “Steuerungsmechanik” vorausgesetzt, können Liposome die in ihnen eingeschlossene Medikamente an bestimmte Stellen innerhalb des Körpers führen und dort freigeben.

Der Mechanismus zur Steuerung der Liposome ist eine Herausforderung für die Forschung. Wobei Steuerung nicht ganz das richtige Wort ist. Die Liposome werden nicht aktiv gesteuert. Vielmehr werden sie mi einem Mechanismus versehen, der garantieren soll, dass sie ihren Inhalt an der richtigen Stelle innerhalb des Körpers freigeben. Das ist besonders wichtig bei Medikamenten bei Krebs. Denn diese sind oft gegen Zellen gerichtet, die einer schnellen Teilung unterliegen, da es sich dabei um ein definierendes Merkmal von Krebszellen handelt. Allerdings gibt es unglücklicherweise auch andere Zellen, die sich derart schnell teilen, unter anderem Haar-Follikel und Zellen im Magen und im Darm.


Wärme als Trigger

Um dieses Problem zu lösen, haben Forscher der University of Manchester Liposomen geschaffen, die ihren Inhalt nur ab einer bestimmten Temperatur freigeben – genauer gesagt 42 Grad Celsius. Dieser Wert liegt knapp 5 Grad über der normalen Körpertemperatur. Nun ist eine erhöhte Temperatur nicht unbedingt eine tragende Eigenschaft von Krebszellen. Deswegen erhöhen die Forscher die Temperatur rund um Ansammlungen von Tumorzellen selber. Bisher wurde dies nur an Mäusen mit Modellen von menschlichem Krebs versucht, aber die Forscher sagen, dass es auch Methoden gibt, die bei menschlichen Patienten Anwendung finden können. Einige davon sind bereits klinisch im Einsatz.

Neben der hitzeempfindlichen Methode wird in anderen Projekten versucht, die Liposomen mit Licht, Enzymen oder einem spezifischen pH-Level zu triggern. Viele dieser Versuche verlaufen bisher allerdings nicht erfolgreich. Ein vielversprechender Ansatz ist die Bindung von krebs-spezifischen Antikörpern an die Liposome, aber die entsprechende Forschung steckt noch in den Kinderschuhen.

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