Mikroplastik ist ein Problem, das in den letzten Monaten vermehrt ins Licht der Öffentlichkeit gerückt ist. Die kleinen Plastikteilchen finden sich im Meer, in Böden, in Binnengewässern und in Tieren – und nun auch in Menschen. Forscher der Medizinischen Universität Wien haben erstmals Mikroplastik in menschlichem Kot nachgewiesen.


Foto: Water bottle, faungg’s photos, Flickr, CC BY-SA 2.0

Kleine Pilotuntersuchung mit wenig Aussagekraft

Bei der Studie der Universität Wien handelte es sich um ein Pilotprojekt mit acht Teilnehmern aus aller Welt. Die Forscher konnten in Stuhlproben aller acht Probanden Kunststoffpartikel finden, wie die Medizinische Universität Wien und das österreichische Umweltbundesamt am Dienstag mitteilten. Die Teilnehmer nahmen über den Testzeitraum in Plastik eingepackte Lebensmittel und Getränke aus PET-Flaschen zu sich. Außerdem aß die Mehrzahl der Probanden Fische und Meeresfrüchte.

In den Stuhlproben fanden die Forscher im Mittel 20 Mikroplastik-Teilchen pro 10 Gramm Stuhl, die jeweils zwischen 50 und 500 Mikrometer groß waren. Dabei handelte es sich um eine Vielzahl unterschiedlicher Kunststoffe. Am häufigsten waren jedoch Polypropylen (PP) und Polyethylenterephthalat (PET) vertreten. Die Ergebnisse der Untersuchung sind noch nicht veröffentlicht – die Aussagekraft der Ergebnisse kann daher noch nicht beurteilt werden.


Die Forscher wiesen darauf hin, dass aufgrund der geringen Größe der Studie kein Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Mikroplastik-Belastung nachgewiesen werden konnte. Das Team plant nun aber eine größere Untersuchung, in der die Auswirkungen der Plastikteile auf den menschlichen Organismus untersucht werden sollen.

Die Folgen für Menschen sind unklar

In Tieren konnte bereits öfter Mikroplastik nachgewiesen werden, wobei der größte Anteil im Magendarmtrakt auftritt. Aber auch im Blut, der Lymphe und auch in der Leber von Tieren wurden die kleinen Plastikteile schon gefunden.

Die winzigen Plastikstücke gelangen unter anderem durch Kosmetika, Autoreifen-Abrieb und zerkleinerten Bauschutt in die Umwelt. Allein in Deutschland werden pro Jahr etwa 330.000 Tonnen Mikroplastik freigesetzt. Nachgewiesen werden kann der Kunststoff nahezu auf der ganzen Welt, auch in abgelegenen Gebieten oder gar der Tiefsee. Die Folgen, die das für Pflanzen, Tiere und Menschen hat, sind noch weitestgehend unerforscht. Es ist durchaus möglich, dass der Fund von Mikroplastik in menschlichem Kot schlicht bedeutet, dass der Körper die kleinen Plastikteile problemlos aussortieren und wieder ausscheiden kann.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält es aktuell für unmöglich, das gesundheitliche Risiko der Aufnahme von Mikroplastik über die Nahrun zu bewerten. Ein gesundheitliches Risiko durch dem Plastik in Peelings oder Duschgels ist laut BfR aber nicht wahrscheinlich.

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1 Kommentar

  1. Joseph Bülhoff

    26. Oktober 2018 at 00:42

    Die Plastikcampagne soll offensichtlich vom Diesel/Verkehrsdesaster ablenken. Vielleicht berührt sie (versehentlich) einen wunden Punkt. Feinstaub aus Motoren und Reifenabrieb bieten jedenfalls Argumente, die Vakuumbahn als zentralen Verkehrsträger einzuführen. Das Verbot von Plastiktrinkhalmen und Wattestäbchen wird weder die Meere noch die Luft reinigen.

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