Forscher aus New York und dem englischen Cambridge haben menschliche Embryonen zwei Wochen lang in einer Petrischale wachsen lassen um dabei Ursache für Frühgeburten untersuchen zu können. Nach den genannten zwei Wochen, die für sich auch einen Rekord darstellen, mussten die Forscher die Versuche abbrechen. Das Gesetz will es schließlich so. Um die Embryonen in der künstlichen Umgebung und ohne Gebärmutter heranreifen lassen zu können, haben die Wissenschaftler eine spezielle Nährlösung entwickelt. Zudem bedarf es eines Gerüsts wo sich die Embryonen anheften können.


Embryonen brauchen in den ersten Wochen keine Gebärmutter

In diesem recht frühen Stadium wird noch keine Gebärmutter benötigt, um menschliche Embryonen künstlich und außerhalb des Mutterleibs im Labor züchten zu können. Bisher wussten die Forscher nur wenig über die Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter, da diese stets fernab aller Forscheraugen stattfindet. Die Forscher rund um Ali Brivanlou von der Rockefeller-Universität in New York bezeichneten den Teil der menschlichen Entwicklung bisher auch als „Black-Box“. Nun soll jedoch mehr Licht in das Dunkel gelangen. Mit den Versuchen in der Petrischale wollen die Forscher mehr über Fehlgeburten erfahren und herausfinden, wie diese verhindert werden können. Eine Steigerung der Erfolgsaussichten von künstlichen Befruchtungen wird ebenfalls angestrebt, genauso wie die Entwicklung von Stammzellentherapien, um Organe im Labor wachsen lassen zu können.


2-cell Embryo
Foto: 2-cell, Bruno Vellutini, Flickr, CC BY-SA 2.0

Forscher stellen neuen Rekord auf

Um menschliche Embryonen im Labor züchten zu können, braucht es eine ausgefeilte Technik, so dass diese sich auch wohlfühlen und nicht gleich wieder absterben. Die Forschergruppe um Magdalena Zernicka-Goetz von der Universität Cambridge hat nun eine Methode entwickelt, die eine Umgebung ermöglicht, wo die Embryonen über mehrere Wochen überleben und stellte dabei auch gleich einen neuen Rekord auf. Basierend auf diesem, weltweit bisher einzigartigen Erfolg, erschuf auch das Team von Ali Brivanlou eine Technik um den Einnistungsprozess in der Gebärmutter nachzuahmen. Beide Ergebnisse wurden in den Fachblättern Nature und Nature Cell Biology abgedruckt. „In den ersten 12 Tagen entwickelte sich der Embryo in unserem System ganz normal, völlig unabhängig von jeglichem mütterlichen Einfluss“, erklärte Brivanlou. Die Forscher waren vom positiven Verlauf der Versuche überrascht. Schließlich gingen die Experten bisher davon aus, dass es zwischen dem mütterlichen Gewebe und der Blastozyste (kleiner hohler Zellball, der sich sieben Tage nach der Befruchtung der Eizelle an die mütterliche Schleimhaut heftet) eine Kommunikation aufrecht erhalten werden müsse, die die Entwicklungen steuert. Innerhalb der ersten zwei Wochen entwickelte sich der Embryo allerdings von allein, also ohne Kommunikation und auch ohne Einschränkungen. Die Wissenschaftler nennen das Selbstorganisation.

In Deutschland sind solche Versuche verboten

Forscherkollegen beschreiben die nun gesammelten Erkenntnisse als einen ersten Schritt, der bessere Einsichten in die Anfänge der Entstehung von menschlichem Leben gewährt.

Versuche wie diese sind in Deutschland nicht erlaubt. So verbietet das Embryonenschutzgesetz die Forschung an Embryonen gänzlich. Es wird lediglich gestattet Embryonen im Rahmen künstlicher Befruchtungen im Labor entstehen zu lassen.

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1 Kommentar

  1. tom

    5. Mai 2016 at 11:56

    jawohl das land der strikten verbote und was noch nicht verboten ist wird verboten wir haben schließlich nen stick im popo und bürokratie lebe hoch

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