Der chinesische Leberegel ist alles andere als ein harmloser Vertreter seiner Art. Durch den Verzehr rohen Fischs gelangt er in den menschlichen Körper und nistet sich anschließend in der Leber ein. Dort kann er Durchfall und Fieber verursachen und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung. Die von ihm verursachte Clonorchiose ist mit schätzungsweise zwanzig bis dreißig Millionen Infizierten die weltweit dritthäufigste Wurmerkrankung. Forscher der James Cook University haben sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Parasit beschäftigt. Dabei haben sie eine doppelte Entdeckung gemacht: Die Würmer sondern ein bestimmtes Protein ab, dass einerseits für sie überlebensnotwendig ist, andererseits aber auch bei der Heilung von Wunden hilft.


Kelidimari at en.wikipedia [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], from Wikimedia Commons
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Wundbehandlung verursacht auf Dauer Krebs

Theoretisch könnten die kleinen Tierchen also zum Einsatz kommen, um chronische Wunden – beispielsweise Diabetesgeschwüre – zu schließen. Momentan werden diese oftmals nur gereinigt, können aber nicht dauerhaft geheilt werden. „Es gibt dort sicherlich erhebliches Potential bei der Verbesserung der Wundheilung“, erklärt der die Forschung leitende Wissenschaftler Dr. Michael Smout. Die Behandlung mit dem Protein des chinesischen Leberergels hat allerdings einen Nachteil: Sie wäre langfristig ebenfalls krebsverursachend. Der potentielle Schaden überschreitet den Nutzen also erheblich. Dennoch werden sich die Forscher in Zukunft näher mit dem Protein beschäftigen, um seine Wirkungsweise zu verstehen und gegebenenfalls kopieren zu können.

Impfstoff könnte das Protein ins Visier nehmen

Das Protein ist für die Forschung aber noch aus einem anderen Grund interessant. Der chinesische Leberegel kann ohne das Protein nicht überleben. „Das Protein ist für das Überleben des Wurms entscheidend. Es scheint daher ein guter Kandidat zu sein, um etwas zu entwickeln, was den Wurm stoppt“, erläutert Dr. Smout den Ansatzpunkt. Am Ende der Forschungsarbeit könnte dann beispielsweise ein Impfpräparat stehen. Die Forscher gehen allerdings davon aus, dass bis dahin noch einige Jahre vergehen werden. Bis zur Entwicklung eines Impfstoffs gilt weiterhin der Verzicht auf den Verzehr von rohem Fisch in Ostasien als beste Prophylaxe.


Via: The Australian

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