Keine Sensation aber dennoch ein großer Fortschritt in der Aids-Forschung. US-Wissenschaftler haben Affen HIV-Antikörper verabreicht und die Tiere somit fast ein halbes Jahr lang vor dem Aids-Virus geschützt. Den Forschern gelang es folglich die Makaken passiv gegen das HI-Virus zu immunisieren. Die Antikörper waren also schon im Blut der Affen und mussten nicht erst gebildet werden. Eigentlich werden in die Blutbahn beförderte Antikörper wieder recht schnell vom Körper abgebaut. Diese müssten also regelmäßig in kürzeren Zeitabständen immer wieder gespritzt werden. Bei den Versuchen in den USA hielt der Schutz jedoch nach einmaligem Spritzen 23 Wochen an. Den Forschern gelang es die Halbwertzeit der Antikörper deutlich zu verlängern.


Blutstropfen

Bisher wurden Antikörper immer recht schnell wieder vom Körper abgebaut

Der Erfolg der Forscher vom Nationalinstitut für Allergie und Infektionskrankheiten in Bethesda (US-Bundesstaat Maryland) bietet einen vielversprechenden Ansatz um HIV-Infektionen in Zukunft zu verhindern. Das Ziel ist die HIV-Antikörper so zu verändern, dass diese nur noch alle drei oder sechs Monate gespritzt werden müssen um einen ausreichenden Schutz gegen das HI-Virus zu liefern. Die aktuelle US-Studie ist dabei ein großer Fortschritt. Schon im letzten Jahr wurden Antikörper bei HIV-infizierten Menschen getestet. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass weniger HI-Viren um Blut verweilten, so lange die Antikörper vorhanden waren. Als der Körper die Antikörper jedoch wieder abbaute, erhöhte sich die HI-Viruslast wieder. Zum ersten Mal gelang es Forschern nun den Schutz wesentlich länger aufrecht zu erhalten.


Nach den erfolgreichen Versuchen mit den Affen, sollen nun weitere Studien bei Menschen folgen. So könnten zunächst HIV-negative Personen prophylaktisch versorgt werden, die ein erhöhtes Risiko inne haben sich mit dem HI-Virus zu infizieren. Zu der Personengruppe gehören beispielsweise Paare bei denen einer bereits mit HIV infiziert ist. Bisher gibt es drei Ansätze, um eine HIV-Infektion zu verhindern. Ein Ansatz ist die hier aufgezeigte Zugabe von Antikörpern. Parallel dazu arbeiten Forscher auch an einem Impfstoff. Die Entwicklungen in diesem Bereich schreiten jedoch nur langsam voran. Experten gehen davon aus, dass hier noch Jahre vergehen werden, bis Positives berichtet werden kann. Eine dritte Möglichkeit liefert die Verabreichung von Medikamenten, die eine Infektion verhindern.

Zuletzt haben Forscher aus Dresden auf sich aufmerksam gemacht. Konkret haben die Wissenschaftler ein molekulares Skalpell entwickelt, das die HI-Viren von den Wirtszellen trennt. Es handelt sich hierbei weltweit um den ersten echten Ansatz die HIV-Infektion nicht nur zu unterdrücken, sondern auch zu heilen.

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