Eigentlich ist die Sache eindeutig: Gouverneur Andrew Cuomo hat Fracking im gesamten US-Bundesstaat New York verboten. Dies gilt somit auch für die Metropole New York City. Doch nun sorgt ein geplantes Bauprojekt für Diskussionen. Denn die Energiefirma Williams plant eine knapp 40 Kilometer lange Unterwasser-Gaspipeline durch die Lower New York Bay bis in den Stadtteil Queens zu verlegen. Befüllt werden soll sie mit Fracking-Gas aus dem benachbarten Bundesstaat Pennsylvania. Das Versprechen des Unternehmens: Durch die neue Pipeline können mehr Menschen von Öl auf Gas umsteigen – etwa bei der Heizung von Gebäuden. Davon wiederum soll dann auch die Klimabilanz der Stadt profitieren. Kritiker des Projekts bezweifeln diese positiven Auswirkungen allerdings massiv.


Fracking
Foto: Fracking; Urheber Ostroff Law CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Die Pipeline würde die Energiewende eher verzögern

Sie verweisen darauf, dass New York in der Vergangenheit bereits massive Fortschritte beim Ausbau der Erneuerbaren Energien und in Sachen Energieeffizienz gemacht habe. Auch viele Ölheizungen seien längst abgeschaltet worden. Es sei daher nicht nötig, noch eine neue Pipeline zu verlegen. Zumal diese erhebliche Umweltrisiken mit sich bringt und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern weiter manifestiert. Die Kritiker des Projekts setzen nun auf Gouverneur Cuomo der das Projekt noch blockieren könnte. Dieser wird allerdings von zwei Interessensgruppen unter Druck gesetzt. Während sich Umweltverbände klar gegen die neue Pipeline ausgesprochen haben, befürworten die Gewerkschaften den Bau. Sie hoffen auf die Entstehung von gut bezahlten Jobs während der Konstruktionsphase.

Fracking bleibt in den USA umstritten

Fracking hat in den Vereinigten Staaten vor einiger Zeit einen riesigen Boom ausgelöst. Dabei wird Öl und Gas aus unterirdischen Gesteinsschichten abgebaut, indem ein Gemisch aus Wasser und Chemikalien mit hohem Druck in ein Bohrloch gepresst wird. Der Einsatz der Technologie sorgte zunächst dafür, dass die Öl- und Gasproduktion in den Vereinigten Staaten stark anstieg. Viele ländliche Regionen erhofften sich durch das Fracking zudem einen wirtschaftlichen Aufschwung. Doch immer stärker rückten auch die negativen Aspekte in den Fokus. So werden Landschaften verschandelt und die Luftqualität sinkt massiv. Außerdem zeigten verschiedene Untersuchungen, dass die Technologie auch das Trinkwasser gefährdet. Zahlreiche US-Bundesstaaten haben daher Fracking-Verbote ausgesprochen.


Via: The Guardian

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