Das menschliche Gehirn ist zu Erstaunlichem imstande, wie die überraschende Leistung des Neuseeländers Nigel Richards mal wieder zeigt. Er eroberte sich jüngst den Titel des Weltmeisters im französischen Scrabble, ohne die französische Sprache zu beherrschen. Kann man so etwas erlernen?


Das französische Wörterbuch in 9 Wochen gemerkt

Nigel Richard wird als bester Scrabble-Spieler aller Zeiten angesehen, er hat die englischsprachige Weltmeisterschaft bereits dreimal für sich entschieden, die US-Meisterschaften fünfmal und die UK Open sogar sechsmal. Vielleicht wurde es ihm danach zu langweilig, denn er lernte das gesamte französische Wörterbuch innerhalb von neun Wochen auswendig, um sich auf neue Pfade zu begeben und französischsprachiger Meister zu werden. Damit ist er nicht der einzige Mensch mit unglaublichem Gedächtnis. Dave Farrow verbrachte im Jahr 2007 zum Beispiel 14 Stunden damit, sich eine Abfolge von mehr als 3.000 Spielkarten (59 Sets) zu merken, indem er jede Karte nur einmal ansah. Manche Menschen scheitern schon bei kleinen Gedächtnisübungen, wie ist eine solche Leistung also möglich?


Wie funktioniert eine solche Leistung?

Studien haben gezeigt, dass sich solche herausragenden Gedächtnisleistungen in der Regel auf Bereiche beschränken, für die die Probanden eine besondere Affinität besitzen. Der schwedische Psychologe K. Anders Ericsson hat diesbezüglich eine Theorie entwickelt, die auf drei Prinzipien basiert:

  • Gedächtniskünstler stützen sich auf Vorwissen und Muster, die es ihnen ermöglichen, das neue Wissen zu kodieren und zu speichern.
  • Die verschlüsselte Information wird mit einer Gedankenverknüpfung versehen, einer Art Schlüssel, um sie wieder abrufen zu können.
  • Durch Übung läuft die Speicherung immer schneller ab, sodass dieselbe Menge an Information in kürzerer Zeit aufgenommen wird.

Zum selbst Ausprobieren: Loci-Methode

Daraus folgert, dass bestimmte Strategien dabei helfen, die Gedächtnisleistungen frappierend zu verbessern. Die älteste Methode ist die Loci-Methode: Eine Person denkt sich verschiedene Räume oder Orte aus, dort legt er die zu erinnernden Gegenstände gedanklich ab. Hinterher kann er von Ort zu Ort gehen, um alles gedanklich wieder »aufzusammeln«.

Quelle: iflscience.com

 

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