Die Europäische Union hat den Mitgliedsländern die Vorgabe gemacht, dass ab dem Jahr 2015 jeder Einwohner nur noch vierzig Plastiktüten pro Jahr verbrauchen darf. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) wollte daher ursprünglich per Gesetz eine feste Gebühr für die Einweg-Tragetaschen festschreiben lassen. Der Einzelhandel aber sträubte sich gegen eine gesetzliche Regelung. Stattdessen einigte man sich auf eine freiwillige Selbstverpflichtung. Demnach müssen mindestens sechzig Prozent der ausgegebenen Plastiktüten mit einer Gebühr für den Kunden verbunden sein. Diese Maßnahme konnte nun gleich im ersten Jahr einen beachtlichen Erfolg erreichen: Die Zahl der verbrauchten Plastiktüten in Deutschland ist um zwei Milliarden Stück gesunken. Dies zeigen Zahlen der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM).


Plastiktüten zerfallen und werden zur Gefahr für Tiere

Damit wurde auch erstmals die EU-Vorgabe von vierzig Tüten pro Jahr und Kopf eingehalten. Die schlechte Nachricht allerdings: Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass noch immer 3,6 Millionen Plastiktüten verbraucht wurden. Dies wird zum Problem, weil die Tragetaschen in der Regel aus Polyethylen bestehen und in der Natur nicht abgebaut werden können. Stattdessen zerfallen sie und werden zu Mikroplastik – was dann beispielsweise von Tieren gefressen wird. Bei Vögeln verstopfen die kleinen Plastikteile beispielsweise den Verdauungstrakt – und die Tiere verhungern. Einige Supermarktketten – beispielsweise REWE – haben daher die Plastiktüte inzwischen komplett aus dem Sortiment verbannt. Selbiges gilt für den Modehändler KiK.


Das Umweltbundesamt empfiehlt Mehrweg-Tragetaschen aus Baumwolle

Stattdessen werden oftmals Papiertüten angeboten. Diese lösen immerhin das Hauptproblem der Plastiktüten und können natürlich abgebaut werden. Das Umweltbundesamt allerdings warnte kürzlich, dass die Umweltbilanz der Papiertüten auch nicht besser ist als die von klassischen Plastiktüten. Dies gilt zumindest, wenn die Papiertüte nur ein oder zweimal verwendet wird. Die Experten empfehlen daher grundsätzlich, sich von den Wegwerf-Taschen zu entfernen und stattdessen auf eine dauerhafte Lösung zu setzen – etwa Tragetaschen aus Baumwolle. Auch hier gilt aber: Die Umweltbilanz dreht erst bei regelmäßiger Nutzung ins Positive. Spitzenreiter in Europa, was den Verbrauch von Plastiktüten angeht, ist Irland mit nur 18 Tüten pro Kopf und Jahr. Noch viel Arbeit vor sich hat hingegen die Slowakei mit einem Wert von über 400.

Via: HDE

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