Jedes Jahr schmeißen Privathaushalte in Deutschland mehrere Millionen Tonnen an noch genießbaren Lebensmitteln in den Müll. Dies ist aus doppelter Hinsicht problematisch. Denn zum einen gibt es auf der Welt immer noch zu viele Menschen, die nicht genug zu essen haben. Zum anderen werden bei der Produktion von Lebensmitteln aber auch enorme Ressourcen verbraucht – von Wasser über Flächen bis hin zu Arbeitskräften und Düngemitteln. Wenn die Nahrung dann unverbraucht in der Tonne landet, wurden diese wertvollen Ressourcen sinnlos verschwendet. Eine wichtige Rolle bei dieser Problematik spielt das Mindesthaltbarkeitsdatum. Denn dieses gibt lediglich eine Untergrenze vor. Viele Haushalte schmeißen ihre Einkäufe aber dennoch weg, sobald dieses Datum erreicht wurde.


Bild: Metro

Über 100 Informationen werden ausgewertet

Helfen soll zukünftig eine vom Metro-Konzern entwickelte App. Diese trägt den Namen FreshIndex und wertet alle zur Verfügung stehenden Informationen aus. Dazu muss der Nutzer den Barcode des Produkts scannen und angeben, wie lange die Kühlkette unterbrochen wurde und welche Temperatur im Kühlschrank herrscht. Diese Informationen kombiniert die App dann mit Daten, die Hersteller und Lieferanten ohnehin zur Verfügung stellen müssen. Alles in allem kommen so mehr als einhundert unterschiedliche Informationen zusammen. Daraus kann dann für jedes einzelne Produkt ein individuelles Haltbarkeitsdatum berechnet werden. In der Regel liegt dieser Wert deutlich weiter hinten im Kalender als das aufgedruckte Datum. Im besten Fall werden so dann Lebensmittel noch gegessen, die sonst in der Tonne gelandet wären.

Schweinefleisch ist in diesem Punkt besonders gut erforscht

Aktuell können Kunden von einigen ausgewählten Metro-Märkten die App testen. Sie funktioniert momentan zudem nur mit Schweinefleisch. Denn diese Produktgruppe ist besonders gut erforscht. Die App kann hier zudem auf Daten von Testreihen der Universität Bonn zurückgreifen. Sollte sich der Testlauf als erfolgreich erweisen, soll das Angebot dann auch auf andere Produkte ausgeweitet werden. Schon jetzt lassen sich aus den Rückmeldungen der Nutzer aber erste Erkenntnisse ziehen. So ist die Bereitschaft zur Nutzung der App durchaus vorhanden. Allerdings wünschen sich die meisten Kunden, über ihr Smartphone auch noch zusätzliche Informationen abrufen zu können – etwa zur Art der Tierhaltung.


Via: Handelsblatt

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