Eine alte Regel besagt: Wer als Kind viel an der frischen Luft unterwegs ist, leidet später deutlich seltener an Heuschnupfen. Forschungsergebnisse aus Großbritannien deuten nun daraufhin, dass ein ähnlicher Effekt auch bei Allergien gegen Erdnüsse vorhanden sein könnte. Demnach entwickeln Kleinkinder, die bereits im ersten Jahr regelmäßig mit kleinen Mengen an erdnusshaltigen Lebensmitteln in Kontakt kommen, später deutlich seltener eine ausgeprägte Allergie als vergleichbare Kinder. Oder anders ausgedrückt: Von den Kindern mit frühzeitiger Behandlung litten später nur zwei Prozent an einer Erdnuss-Allergie, während es bei unbehandelten Babys rund 14 Prozent waren.


Details der Behandlung noch unklar

Dabei ist zu beachten, dass in der Studie nur Kinder untersucht wurden, bei denen bestimmte Indikatoren ohnehin auf eine hohe Anfälligkeit für eine entsprechende Allergie hinwiesen. Insgesamt nahmen dabei 600 Kinder im Alter zwischen vier und elf Monaten an der Untersuchung teil. So erfreulich die gewonnen Erkenntnisse im Allgemeinen erscheinen, so unklar sind aber auch noch wichtige Details. So konnte bisher nur nachgewiesen werden, dass ein positiver Effekt vorliegt. Wie oft und in welcher Menge die Kinder mit Erdnüssen und erdnusshaltigen Lebensmitteln versorgt werden müssen, um den Schutz zu erlangen, können die Forscher aber noch nicht exakt sagen.


Immer mehr Kinder sind betroffen

„Diese Fragen müssen noch angegangen werden, aber wir glauben, dass die Ergebnisse der Studie so überzeugend sind und das Problem der zunehmenden Verbreitung von Erdnuss-Allergien so wichtig ist, dass schon bald neue Richtlinien erlassen werden sollten“, kommentierten Dr. Rebecca Gruchalla und Dr. Hugh Sampson, zwei renommierte Allergie-Experten, die Ergebnisse. Die Experten spielen dabei auf die Tatsache an, dass sich der Anteil der Kinder mit Erdnuss-Allergie in einem Jahrgang in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat. Diesen Kindern wäre sehr geholfen, wenn man die – oftmals lebensgefährliche – Bedrohung frühzeitig und erfolgreich behandeln könnte.

Quelle: Digital Journal

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