Elon Musk hat vor einiger Zeit eine interessante Geschichte über die Anfänge von SpaceX erzählt. Demnach wollte kein guter Chefingenieur zu dem noch jungen Unternehmen wechseln. Weil Musk aber auch keine mittelmäßigen Leute einstellen wollte, übernahm er den Posten selbst. Eine Maßnahme, die nur mäßig erfolgreich war: Die ersten Raketenstarts endeten allesamt als Fehlschlag. Inzwischen wird die Aufgabe daher von Spezialisten übernommen und SpaceX hat sich als zuverlässiges privates Raumfahrtunternehmen entwickelt. Bei Musk zweitem Unternehmen Tesla scheint es nun das umgekehrte Problem zu geben: Zahlreiche Topmanager haben das Unternehmen in den vergangenen Monaten verlassen. Neuestes Beispiel: Die Vizepräsidentin im Finanzbereich Susan Repo.


So sieht der neue Tesla aus. Foto: Elon Musk

Auch ein Vorstand wechselte zu Lyft

Diese arbeitete seit 2013 für den Elektroautobauer und wird nun bei einem anderen Unternehmen zur Finanzchefin aufsteigen. An sich also kein ungewöhnlicher Vorgang. Brisanz erhält die Personalie allerdings, weil erst in der vergangenen Woche auch er Chefbuchhalter der Konzerns, Eric Branderiz, seinen Abschied ankündigte. Hier wurden private Gründe für die Entscheidung verantwortlich gemacht. Bereits im Februar hatte zudem John McNeill Tesla verlassen. Er war zuvor Vorstand für Vertrieb und Service und wechselte zum Uber-Konkurrenten Lyft. Dort ist er als Chief Operating Officer tätig. Im vergangenen Jahr verließen zudem unter anderem auch der Vizepräsident für Geschäftsentwicklung und der Leiter des Autopiloten-Programms den Konzern. Man kann also durchaus von einer Abgangswelle sprechen.

Die Probleme beim Model 3 sind noch immer ungelöst

Für Elon Musk könnte dies zum Problem werden. Denn je mehr Manager das Unternehmen verlassen, desto schwieriger wird es, geeignete Nachfolger zu finden. Bei den genannten Namen handelte es sich zudem um freiwillige Abschiede. Die zahlreichen Mitarbeiter, die aufgrund der Produktionsprobleme beim Model 3 den Konzern verlassen mussten, waren in der Hierarchie deutlich weiter unten angesiedelt. Die Fluktuation in der Führungsmannschaft dürfte es somit nicht gerade leichter machen, die von Musk benannte „Produktionshölle“ zu verlassen. Zumal Medien nun berichten, dass bis zu vierzig Prozent der Einzelteile in der Fabrik in Fremont fehlerhaft produziert werden – und daher aufwendig nach bearbeitet werden müssen. Eine Tatsache, die viel Geld und Zeit kostet.


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