Die Türkei gehört schon heute zu den Ländern mit den meisten Auto-Exporten weltweit. Verantwortlich dafür sind aber internationale Konzerne wie Toyota oder Ford, die das Land als Produktionsstandort nutzen. Bereits in den 1950er Jahren scheiterte hingegen der Versuch, eine eigene türkische Automarke zu gründen. Besser machen will es nun Recep Tayyip Erdogan. Der umstrittene türkische Präsident kündigte schon im Jahr 2017 den Bau eines nationalen Elektroautos an. Dazu wurden fünf große Unternehmen des Landes in ein Konsortium namens „Turkey’s Automobile Initiative Group (TOGG)“ gebeten. Außerdem heuerte man Manager mit langjähriger Erfahrung in der Autobranche an. Nun konnte ein erstes Ergebnis vorgestellt werden: Das neu gegründete Unternehmen präsentierte einen ersten Prototyp.


Bild: TOGG

Die türkische Regierung wird 30.000 Fahrzeuge kaufen

Ab dem Jahr 2021 soll das Fahrzeug schließlich in der Provinz Bursa produziert werden. Angepeilt werden Produktionszahlen von bis zu 175.000 Autos pro Jahr. Dadurch sollen rund 4.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Die größte Herausforderung dürfte allerdings darin bestehen, die Autos auch zu verkaufen. Hier wiederum wird der türkische Staat helfend eingreifen. So hat die Regierung auf der einen Seite versprochen, selbst 30.000 Elektroautos aus heimischer Produktion zu erwerben. Auf der anderen Seite sollen Steuervorteile auch den Verkaufspreis niedrig halten. Wie hoch dieser genau ausfallen wird, ist noch unklar. Offiziell kommuniziert wurde lediglich, dass es sich um das Elektrofahrzeug mit den niedrigsten Gesamtkosten weltweit handeln wird. Insgesamt sollen bis zum Jahr 2050 drei Milliarden Euro in das Projekt investiert werden.

Reichweite und Motorleistung müssen ausgewählt werden

Da ist es nicht verwunderlich, dass sich die zuständigen Manager bei der Präsentation nicht mit Superlativen zurückhielten. So soll das türkische Elektroauto über die beste Beschleunigung und den meisten Innenraum in seinem Segment verfügen. Außerdem ist geplant, zwei Versionen des Wagens anzubieten: Einmal mit 200 PS und einmal mit 400 PS. Auch bei der Reichweite können die Käufer aus zwei Varianten wählen. Je nach Akku-Paket liegt diese bei 300 oder 500 Kilometern. Einen Makel besaß die offizielle Präsentation des türkischen Elektroautos allerdings noch: Gefahren wurden die Autos vor Ort noch nicht. Stattdessen wurden sie mit einem Fahrstuhl auf die Bühne gebracht. Das Konsortium hat dennoch bereits große Pläne für die Zukunft: Bis zum Jahr 2030 sollen insgesamt fünf Modelle auf dem Markt sein.


Via: Engadget

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