Kenia gehört zu den dynamischsten Volkswirtschaften in Afrika. Besonders erfreulich in diesem Zusammenhang: Das Land erreicht das Wirtschaftswachstum, ohne dabei übermäßig stark auf fossile Energieträger zu setzen. So stammt schon heute ein Großteil der benötigten Elektrizität aus Erdwärme, Wasserkraftwerken und Windparks. Die Regierung hat außerdem das Ziel ausgegeben, schon im nächsten Jahr rein rechnerisch den kompletten Energieverbrauch durch Erneuerbare Energien zu decken. Allerdings ist aktuell auch der Bau eines neuen Kohlekraftwerks geplant. Das Projekt wurde aber vor Gericht zunächst gestoppt. Deutlich erfreulicher ist hingegen die Tatsache, dass der Lake Turkana Windpark fertiggestellt wurde. Es handelt sich um die größte Windfarm auf dem afrikanischen Kontinent.


Bild: Andrew Owuor [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Die größte private Investition in der Geschichte des Landes

Insgesamt wurden 365 Windturbinen installiert, die gemeinsam auf eine Leistung von 310 Megawatt kommen. Besonders interessant: Das Projekt wurde keineswegs von staatlicher Seite finanziert. Stattdessen gewährte die Europäische Union zwar einen Kredit in Höhe von 200 Millionen Dollar. Grundsätzlich wurde der Windpark aber von privaten Unternehmen finanziert. Offensichtlich ist der nachhaltig produzierte Strom also preiswert genug, um damit ein gutes Geschäft zu machen. Auch die kenianische Regierung ist über das Projekt sehr erfreut. Immerhin handelt es sich um die größte jemals von privater Seite in Kenia getätigte Einzelinvestition. Zur Einweihung des Windparks reiste daher sogar Präsident Uhuru Kenyatta persönlich an und empfahl sein Land als Vorbild für den gesamten Kontinent.

Die Erneuerbaren Energien in Afrika sollen gefördert werden

Grundsätzlich ist Afrika sehr gut für die Produktion von sauberem Strom geeignet. Neben der Windkraft können vor allem Solaranlagen dabei eine wichtige Rolle spielen. In vielen Ländern mangelt es aber an ausreichenden finanziellen Mitteln, um die notwendigen Investitionen zu stemmen. Dies hat auch die Weltgemeinschaft erkannt und bereits im Jahr 2015 rund zehn Milliarden Dollar für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Afrika zur Verfügung gestellt. Ein geplantes Großprojekt namens Desertec, bei dem Solarstrom aus Nordafrika nach Europa exportiert werden sollte, kam allerdings bisher nicht zustande. Stattdessen wird nun in kleineren Schritten gedacht, um zunächst vor allem den lokalen Energiebedarf zu decken. Der Windpark in Kenia könnte hier Vorbildfunktion für andere Länder haben.


Via: Africa News

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