Im Schnitt verbraucht jeder Deutsche pro Jahr 34 Einwegbecher für Kaffee oder Tee. Wie es der Name bereits zum Ausdruck bringt, können diese jeweils nur einmal genutzt werden. Dadurch stellen sie nicht nur eine Belastung für die Umwelt dar, sondern verschwenden auch wertvolle Ressourcen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat daher angekündigt, zukünftig direkt die Hersteller der Becher zur Kasse zu bitten. Ihre Idee: Eine Abgabe pro Becher, die dafür sorgt, dass die Nutzung deutlich weniger attraktiv wird. Das Bundesumweltamt hat in diesem Zusammenhang die konkrete Zahl von 20 Cent pro Einwegbecher genannt. Parallel dazu soll der Aufbau eine Mehrwegsystems gefördert werden. So soll etwa gesetzlich festgeschrieben werden, dass der Kaffee im Mehrweg-Becher günstiger sein muss als im nur einmal nutzbaren Trinkgefäß.


Über den Preis soll das Nutzungsverhalten gesteuert werden

Das Geld aus der Zwangsabgabe wird zudem nicht einfach im Bundeshaushalt versickern. Stattdessen ist der Aufbau eines Fonds geplant. Dieser wiederum könnte dann die Kosten für die Reinigung von Straßen und öffentlichen Grünflächen übernehmen oder das Recycling von Einwegplastik fördern. Langfristiges Ziel ist es aber natürlich, dass dem Fonds irgendwann das Geld ausgeht, weil jeder seinen eigenen Mehrwegbecher besitzt. Wie realistisch dieses Ziel allerdings ist, bleibt abzuwarten. Denn schon heute bieten viele Unternehmen den Kaffee ein wenig günstiger an, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt. Signifikante Auswirkungen auf den Verbrauch an Einwegbechern hatte dies bisher nicht. Gut möglich allerdings, dass die Preisdifferenz schlicht zu gering war. Durch die neue Abgabe dürfte sich der Abstand jedenfalls deutlich vergrößern – was im Idealfall zu einem geänderten Nutzungsverhalten führen könnte.


Sammelstationen können das Recycling vereinfachen

Mehr als die Hälfte der Coffe-to-Go-Becher bestehen aus kunstoffbeschichtetem Papier. Theoretisch lassen diese sich sogar recht gut recyceln. Dies gilt allerdings nur, wenn die Becher getrennt eingesammelt werden und nicht mit anderen Abfällen vermischt werden. Die Kette Costa Coffee hat daher an einigen Standorten bereits ein entsprechendes Sammelsystem aufgebaut und möchte zukünftig bis zu dreißig Millionen alte Becher recyceln. Es dürfte aber wohl unrealistisch sein, zu hoffen, dass tatsächlich jeder Nutzer seinen Einwegbecher so lange aufhebt, bis er eine Sammelstation gefunden hat.Von daher kann so nur ein Teil des Problems gelöst werden. Einige Startups haben zudem Kaffeebecher entwickelt, die sich deutlich einfacher recyceln lassen. Bisher ist aber noch keinem dieser Produkte der flächendeckende Durchbruch gelungen, sodass die Problematik bisher ungelöst geblieben ist.

Via: Wiwo

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

1 Kommentar

  1. Heine

    22. Mai 2019 at 10:06

    Vielleicht einen essbaren Becher entwickeln…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.