Die Massentierhaltung ist in den letzten Jahren immer stärker in die Kritik geraten. So halten viele die Bedingungen, unter denen die Tiere leben müssen, für inakzeptabel. Andere verweisen auf die hohen ökologischen Kosten und die Belastungen für das Klima. Schon seit einiger Zeit wird daher weltweit an einem neuen Ansatz gearbeitet: Forscher versuchen Fleisch künstlich im Labor zu züchten. Als Basis dienen zwar auch dabei die Zellen lebender Tiere – diese werden bei der Entnahme allerdings nicht geschädigt. Bisher wurden die Zellen dann in der Regel in unstrukturierter Form zusammengepresst – etwa als Fleischklops für den Burger oder zu Chicken Nuggets. Die Firma Aleph Farms aus Israel ist nun allerdings noch einen Schritt weiter gegangen und hat ein richtiges Steak aus im Labor gezüchteten Zellen präsentiert.


Bild: Aleph Farms

Noch kostet das dünne Steak rund 50 Euro

Noch gibt es aber einige Einschränkungen zu beachten. So entsprach die Konsistenz zwar der eines tierischen Steaks. Die Firma räumt aber ein, dass dies noch nicht für den Geschmack gilt. Außerdem können bisher nur Fleischstücke mit einer Dicke von maximal fünf Millimetern produziert werden, was selbst für die gehobene Küche etwas dünn ist. Auch die Kosten sind noch nicht wirklich massentauglich: Die Herstellung eines Labor-Steaks kostet aktuell umgerechnet rund 50 Euro. Die Firma betont allerdings, dass dies bereits ein recht guter Wert ist. So habe die Herstellung des ersten Burgers aus Laborfleisch noch stolze 250.000 US-Dollar gekostet. Langfristig sollten die Kosten zudem deutlich sinken, wenn es gelingt, ein industrielles Produktionsverfahren zu entwickeln, um auch eine größere Nachfrage problemlos bedienen zu können.

Das Produkt ist auch weiterhin nicht vegan

Aleph Farms ist aber nicht nur in Sachen Steak ein Durchbruch gelungen. Vielmehr nutzt die Firma auch erstmals eine nicht-tierische Nährstoffbasis, um die Fleischzellen wachsen zu lassen. Dennoch betonte die Sprecherin der Vereinigung der Veganer in Großbritannien: Bei dem Laborfleisch handelt es sich ausdrücklich nicht um ein veganes Produkt, weil die Basiszellen auch weiterhin lebenden Tieren entnommen werden. Für Anhänger der reinen Lehre dürfte das Fleisch aus dem Labor also nichts sein. Stattdessen könnte der Ansatz helfen, die Nachteile der Massentierhaltung zu minimieren, ohne dass sich an den Essgewohnheiten der Menschen viel ändern müsste. Bis es soweit ist, dürfte aber noch etwas Zeit vergehen: Das Labor-Steak etwa wird frühestens in drei bis vier Jahren auf den Markt kommen. Wer bereits jetzt klimafreundliches Fleisch essen möchte, kann hingegen auf den Insektenburger zurückgreifen.


Via: The Guardian

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