Ein eigenes Smartphone zu haben, das wünschen sich inzwischen nicht nur Grundschul-, sondern auch schon Kindergartenkinder. Nicht alle Eltern haben ein gutes Gefühl dabei, ihrem Nachwuchs ein Handy zu schenken, doch die wenigsten zögern diesen Moment bis zum Teenageralter heraus. Der Präsident des Kinder- und Jugendärzteverbandes Thomas Fischbach hat nun ein Machtwort gesprochen.


Von iToms – Eigenes WerkOriginaltext: Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 de, Link

Je später das eigene Smartphone, desto besser

Die intensive Nutzung der neuen Medien findet nach Ansicht von Fischbach viel zu früh statt. Er bezeichnet die Folgen für die kindliche Entwicklung sogar als »katastrophal« und nennt den häufigen Medienkonsum noch junger Kinder einen »furchtbaren Trend«. Unter 11 Jahren sollten Kinder besser noch gar kein Smartphone besitzen, doch ist es auch kein Fehler, die Verwendung des Geräts noch weiter hinauszuschieben – je später der Zeitpunkt, desto besser. Der Nachwuchs werde stattdessen häufig von den Eltern an den Geräten geparkt, sogar am Esstisch.

Starke Mediennutzung führt zu Konzentrationsproblemen

Freies Spiel und sinnvolle Beschäftigungen lernten viele Kinder so gar nicht erst, zudem führe die starke Mediennutzung zu Konzentrationsproblemen. Fischbach spricht von einem »medialen Dauerbeschuss«, den das beste Gehirn nicht mitmacht. Das habe natürlich auch Auswirkungen auf die schulischen Leistungen, meint der Verbandspräsident, denn mit steigendem Medienkonsum sänken diese ab.


Kommentar:

Für Eltern ergibt sich bei diesen Forderungen im Alltag ein Zwiespalt: Natürlich möchten die Kinder mit Gleichaltrigen mitreden können, dafür benötigen sie unter anderem auch Kenntnisse über die aktuell beliebten Spiele. Und auch schon Grundschulkinder kommunizieren und verabreden sich heute per WhatsApp, das fällt ohne die Erlaubnis, ein Smartphone zu nutzen, weg. Eine sehr kontrollierte und zeitlich eingeschränkte Verwendung des Handys erscheint hier als vertretbare Lösung, dabei sollten Eltern stets wachsam bleiben und ihr Kind eben nicht am Display »parken«. Das freie Spiel zu fördern gehört zu den Grundaufgaben von Erziehungsberechtigten, gerade in der heutigen digital orientierten Welt. Auch wenn das manchmal anstrengend ist.

Quelle: welt.de

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