In der chinesischen Stadt Daye wurden an Fußgängerampeln riesige Wasserpistolen installiert. Diese sind mit Bewegungsmeldern verbunden und hüllen Fußgänger, die bei Rot über die Ampel gehen wollen, in einen dichten Wassernebel. Erste Videoaufnahmen scheinen zu belegen, dass diese etwas ungewöhnliche Aktion ihre Wirkung durchaus nicht verfehlt: Kaum ein Passant ging anschließend einfach weiter auf die andere Straßenseite. Allerdings dürften notorische Rotgänger bald ihre Überraschung überwunden haben und einfach außerhalb der Reichweite der Bewegungsmelder die Straße überqueren. Die örtlichen Behörden versichern jedenfalls, dass durch das Wasser keine gesundheitlichen Schäden auftreten können: Es habe eine angenehme Temperatur von 26 Grad und werde täglich ausgetauscht.


Die automatisierte Gesichtserkennung kann Rotsünder ebenfalls erkennen

Es handelt sich zudem nicht um die erste Maßnahme chinesischer Behörden gegen Fußgänger, die bei Rot über die Straße gehen. So kann es in Peking passieren, dass entsprechende Sünder per Lautsprecher direkt angesprochen und zurückgerufen werden. Große Plakate weisen zudem immer wieder darauf hin, dass die Fußgänger unter Beobachtung stehen. Langfristig dürfte landesweit zudem eine noch engmaschigere Überwachung erfolgen. Denn die chinesischen Behörden arbeiten daran, eine automatische Gesichtserkennung zum Einsatz zu bringen. Wer dann noch bei Rot über die Straße geht, könnte automatisiert erfasst und bestraft werden. Spätestens dann wären wohl auch die riesigen Wassersprüher in Daye überflüssig. Offizielles Ziel des Kampfes gegen die Rotgänger: Die Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr.

Jeder Bürger soll ein eigenes Punktekonto erhalten

Allerdings steckt dahinter noch eine weitere sehr bedenkliche Entwicklung. So soll zukünftig jeder Einwohner des Landes ein individuelles Punktekonto erhalten. Verstöße gegen die Vorgaben der Behörden sollen dabei ebenfalls oftmals per Kamera und mithilfe der Gesichtserkennung dokumentiert werden – und würden dann zu einer Herabstufung führen. Dies wiederum kann unangenehme Folgen haben: Ein zu niedriger Punktestand kann unter anderem dazu führen, dass das eigene Kind nicht auf die gewünschte Schule darf oder eine Auslandsreise nicht genehmigt wird. Vor diesem Hintergrund ist es auch kein Wunder, dass das Reich der Mitte bei der Entwicklung von Überwachungstechnik ganz weit vorne ist. So sind selbst die Sonnenbrillen der Polizisten teilweise mit entsprechenden Kameras ausgestattet.


Via: Gizmodo

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