An diesem Wochenende treffen sich zahlreiche Staats- und Regierungschefs in der japanischen Wirtschaftsmetropole Osaka. Die Gastgeber haben bereits angekündigt, dass sie dann auch über Maßnahmen gegen die Plastikmüll-Problematik weltweit sprechen möchten. Mehr noch: Die japanische Regierung kündigte sogar an, bei entsprechenden Initiativen voranschreiten zu wollen. Das klingt erst einmal vielversprechend. Bisher allerdings ist von einem solchen Eifer nicht besonders viel zu sehen gewesen. So blockierten Japan und die USA im Rahmen der G7 eine Vereinbarung, die die Länder verpflichtet hätte, ab dem Jahr 2030 alle Plastikprodukte wieder einzusammeln und einer weiteren Verwendung zuzuführen. Dass sich ausgerechnet diese beiden Länder gegen eine solche Verpflichtung aussprachen, ist kein Zufall: Es handelt sich um die beiden Staaten mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Plastik weltweit.


Chinas Importstopp für Plastikabfälle hat auch Japan getroffen

Die japanische Regierung entschied sich stattdessen für eine weniger ambitionierte eigene Zielsetzung. Demnach soll der Verbrauch an Einweg-Plastik bis zum Jahr 2030 um 25 Prozent gesenkt werden. Eine globale Entwicklung könnte nun allerdings dafür sorgen, dass diese Zielmarke noch einmal angehoben wird. Denn lange Zeit exportierte Japan schlicht 1,5 Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr nach China. Die Regierung dort hat dies allerdings inzwischen unterbunden – eine Problematik von der auch Deutschland betroffen ist. Die japanischen Firmen haben darauf reagiert, indem sie die Abfallströme in andere asiatische Länder umleiteten. Aber auch dort regt sich inzwischen Widerstand. Malaysia beispielsweise schickte zuletzt sogar Schiffe, die unerlaubt Plastikmüll ins Land bringen sollten, schlicht wieder zurück.


Plastiktüten verschmutzen die Bucht von Osaka

Die Folge: Inzwischen laufen die Müllverbrennungsanlagen in Japan auf Hochtouren, während ein immer größer werdender Teil des Abfalls im eigenen Land gelagert werden muss. Gut möglich, dass diese Gemengelage für das gesteigerte Interesse der japanischen Regierung an dem Thema verantwortlich ist. Erste zaghafte Schritte wurden zumindest bereits beschlossen. So sollen Läden verpflichtet werden, zukünftig eine kleine Schutzgebühr für Plastiktüten zu verlangen. Von der Tatsache, dass eine solche Maßnahme durchaus nötig ist, können sich die Politiker in Osaka auch direkt vor Ort überzeugen: Alleine in der Osaka Bay schwimmen laut Schätzungen der ortsansässigen Universität rund drei Millionen Plastikbeutel. Hinzu kommen sechs Millionen andere Einweg-Produkte aus Kunststoff. Es gibt also viel zu tun. Auf globaler Ebene, aber auch in Japan selbst.

Via: The Guardian

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