Schottergärten liegen voll im Trend, denn sie sehen immer schön ordentlich aus und machen möglichst wenig Arbeit. Doch mit der eigentlichen Bedeutung von „Garten“ haben diese Flächen im Grunde nichts mehr zu tun, hier machen sich nicht nur keine unerwünschten Wildpflanzen breit, sondern auch Insekten und Vögel fühlen sich grenzenlos abgetörnt. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und das selbsternannte „Bundesamt für Schottergärten“ machen nun in getrennten Fotoaktionen auf das Elend aufmerksam.


Von BBirkeEigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

„Psychopathengärten“ im satirischen Schlaglicht

„Gärten des Grauens“, so heißt die Facebookseite des besagten, inoffiziellen Bundesamtes. Die Initiatoren nehmen den Kampf gegen die „unökologischen Schotterwüsten, Kunstrasen, sterilen Krüppelkoniferen und Psychopathengärten“ mit zahlreichen aussagekräftigen Bildern und einem guten Schuss Satire auf. Das Problem ist somit klar benannt, doch wir möchten es an dieser Stelle noch einmal deutlicher ausführen: Wahrscheinlich kennt ihr selbst nur allzu genau diese Art von Flächengestaltung, mit Unkrautvlies, möglichst vielen Steinen und teilweise bizarren Figuren. Hin und wieder findet sich noch ein echtes Pflänzchen, eingezwängt in eine kleine Betonschale, importiert aus fernen Ländern, sodass kein heimischer Schmetterling und keine Biene daran Gefallen findet. Gerade in Zeiten des Insektensterbens und der zunehmenden Flächenversiegelung wäre es noch freundlich, diese Art der Gartenkunst als „steril“ zu bezeichnen. Wer eigene Beispiele davon direkt vor seiner Haustür hat, kann gern weitere Fotos einsenden. Die Email-Adresse findet ihr auf der unten verlinkten FB-Seite.

Von BBirkeEigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Der Unterschied zwischen Schotterbeeten und Steingärten

Auch der NABU rief vor einiger Zeit dazu auf, Bilder von Steinwüsten einzusenden, die eigentlich blühende Gärten sein sollten. Die Ergebnisse könnt ihr auf der Homepage bewundern. Die Organisation erklärt genau, warum Schottergärten die Artenvielfalt gefährden und welche ökologischen Probleme sich daraus sonst noch ergeben. Auch stellt der NABU den Unterschied zwischen wüstenähnlichen Kiesflächen und echten Steingärten heraus, der darin liegt, dass die Letztgenannten optimale Lebensbedingungen für bestimmte Pflanzenarten bieten und deshalb die Artenvielfalt unterstützen können. Außerdem machen pflanzenlose Schotterbeete gar nicht ganz so wenig Arbeit, wie es sich ihr frischgebackener Besitzer vielleicht vorstellt: Um das regelmäßige Entfernen von Laub, Schmutz und Moos kommt man eben nicht herum, ebenso gelingt es so mancher Wildpflanze doch noch, Fuß zu fassen, bevor der unvermeidliche Glyphosatangriff folgt.


Quelle: FB-Seite „Gärten des Grauens„, nabu.de

 

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