Die Europäische Union will bestimmte Einweg-Plastikprodukte verbieten, um die Verschmutzung der Meere zu stoppen. Dabei handelt es sich um wertvolle Rohstoffe, die genauso viel Erdöl ersetzen könnten, wie für ihre Herstellung verbraucht wurde. Dazu müssen sie einfach verbrannt werden. Der Wirkungsgrad ist allerdings mager.


Müll wird komplett recycelt

Forscher an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg in Sachsen haben eine bessere Idee. Sie verwandeln Kunststoffabfälle in Synthesegas, ein Gemisch aus Wasserstoff und Kohlendioxid. Das ist ein wichtiger Rohstoff für die chemische Industrie. Außerdem lässt es sich in flüssige Treibstoffe umwandeln, etwa in Benzin, Diesel oder Kerosin. Wissenschaftler am Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen haben eine Anlage entwickelt, in der die Umwandlung stattfindet. Sie sind zwar nicht die ersten, denen das Kunststück gelang. Doch die Technik aus Sachsen hat zwei entscheidende Vorteile. Verunreinigungen werden in einer glasartigen Schlacke eingeschlossen. Daraus lassen sie sich nicht mehr lösen, sodass das Granulat beispielsweise im Landschaftsbau verwendet werden kann. Außerdem lassen sich Metalle aller Art durch Magnete oder Wirbelstrom herausfischen, sodass sie weiterverwertet werden können.


Ein Teil des Erdöls ließe sich ersetzen

Damit ließen sich zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen, meinen die Forscher. Wenn Müll nicht verbrannt wird, fällt kein Abgas und somit kein Kohlendioxid an. Gleichzeitig wird importiertes Erdöl ersetzt und die Rohstoffsicherheit der Industrie erhöht.

Das Problem, dass Kunststoffmüll nicht in der gelben Tonne landet, sondern in Bächen, Flüssen und Seen und letztlich in den Weltmeeren landet, ist damit natürlich noch nicht gelöst. Es ist nötig, ein System zu entwickeln, um Kunststoffabfälle möglichst lückenlos einzusammeln. Bei PET-Getränkeflaschen ist das gelöst. Sie sind mit so viel Pfand belegt, dass die Flaschen nur im Einzelfall nicht recycelt werden, zumal es auch viele Menschen gibt, die sie aus Abfalleimern herausangeln, um ihren Lebensunterhalt zu verbessern oder überhaupt erträglicher zu machen. Würde ein solches Pfandsystem auf alle Kunststoffprodukte ausgedehnt müsste allerdings eine gigantische Infrastruktur geschaffen werden, um sie einzusammeln.

via TU Freiberg

1 Kommentar

  1. David Kummer bGE

    5. Juni 2018 at 20:46

    Warum sollte es ein Proplem sein, ein Pfand auf alles Plastig zu erheben?
    Das eine reine Ausrede.

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