Langsam aber sicher geht auf der Welt das Zeitalter der fossilen Energieträger zu Ende. So hat sich letztlich auch Deutschland inzwischen zu einem Ausstiegsdatum für den Abbau von Kohle entschlossen. In den USA sorgte zudem eine Studie kürzlich für Aufsehen, die belegte, dass der produzierte Kohlestrom in der Mehrheit deutlich teurer ist als die zur Verfügung stehenden nachhaltigen Alternativen. Noch also besteht durchaus Hoffnung in Sachen Klimaschutz und Erderwärmung. Ein Team von Forschern rund um Jos Lelieveld vom Max-Planck-Institut in Mainz hat nun einmal durchgespielt, welche Folgen es hätte, wenn die Menschheit gar keine fossilen Energieträger mehr nutzen und auch sonst keine Emissionen verursachen würde.


Kohle
Foto: Coal power-plant and oilseed rape, martin, Flickr, CC BY-SA 2.0

Der Monsun könnte wieder stärker und konstanter ausfallen

Zunächst einmal würde sich die Erde dennoch weiter erwärmen. Denn ohne das Verbrennen fossiler Rohstoffe gelangen auch deutlich weniger Aerosole in die Atmosphäre. Damit entfällt dann auch ihr kühlender Effekt. Die Erderwärmung insgesamt würde aber deutlich niedriger ausfallen als aktuell prognostiziert. Konkret berechneten die Forscher einen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 0,37 Grade Celsius. In den meisten Regionen wären die Auswirkungen also wahrscheinlich kaum zu merken. Positive Auswirkungen hätte ein Ende der fossilen Brennstoffe auch auf die Niederschläge. So wurde bereits nachgewiesen, dass der Smog in Asien den Monsun geringer ausfallen lässt als früher. Durch einen radikalen Emissionsstopp könnte dieser Effekt wieder herumgedreht werden.

Millionen Todesfälle jährlich könnten vermieden werden

Die Forscher berechneten zudem auch, wie sich die verringerte Feinstaubbelastung auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirken würde. Hier könnten alleine durch den Verzicht auf fossile Brennstoffe jährlich 3,6 Millionen Todesfälle vermieden werden. Noch höher würde die Zahl ausfallen, wenn es zusätzlich gelänge, auch nicht-fossile Luftschadstoffe – etwa aus der Landwirtschaft und von der Industrie – zu vermeiden. Das Team um Lelieveld hat bei seiner Prognose die besten verfügbare Daten ausgewertet und daraus eine seriöse Prognose abgeleitet. Dennoch ist auch diese – wie jeder Blick in die Zukunft – noch mit Unsicherheiten behaftet. Grundsätzlich lässt sich aber sagen: Vom Verzicht auf fossile Rohstoffe profitieren Klima und Gesundheit gleichermaßen.


Via: Der Standard

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2 Kommentare

  1. Maria

    27. März 2019 at 19:14

    haha ein sehr gutes Denkexperiment,
    das alleine würde ja nicht mal in Deutschland funktionieren.
    Das kleine Deutschland ächzt unter der sogenannten Diesel-Schummel-Betrugs-Affaire,
    mit von Regierungsseite vorgegebenen Richtwerten, die in der Praxis nie möglich waren, …
    während das Riesenreich China Tag für Tag das eigene Land vergiftet
    und über den Jetstream, … die gesamte Erde.

  2. Vedder

    31. März 2019 at 12:52

    Die Lösung könnte sein: Geld, also Kredite bzw. Schulden können nur gemacht werden, wenn es zum Erhalt der Spezie Mensch, der Umwelt und Natur dient. Alles was zur Zerstörung führt und den Menschen schadet bekommt kein Geld, kein Kredit.

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