Costa Rica ist weltweit berühmt für eine ungewöhnlich große Artenvielfalt. Jährlich strömen daher auch zahlreiche Touristen in das mittelamerikanische Land, um dort die Natur zu genießen. Tatsächlich ergab eine Umfrage, dass vierzig Prozent der Urlauber vor Ort, das Reiseziel aufgrund der lokalen Flora und Fauna ausgewählt hatten. Diese Form des Natur-Tourismus stellt inzwischen einen wichtigen Wirtschaftszweig dar und versorgt viele Leute mit Arbeit. Ganz unbedenklich ist die Entwicklung allerdings nicht. Denn sie bringt immer wieder auch problematische Seiten mit sich. Aktuelles Beispiel: Immer mehr Urlauber versuchen ein Selfie mit wilden Tieren zu schießen. Dies ist aber gleich aus mehreren Gründen keine wirklich gute Idee.


Bild: World Animal Protection

Die Tiere werden zu einem unnatürlichen Verhalten gezwungen

Zum einen bringen sich die Touristen damit selbst in Gefahr – und dies gleich auf doppelte Art und Weise. So kann nie ganz ausgeschlossen werden, dass die vermeintlich harmlosen Tiere doch zum Angriff übergehen. Gleichzeitig steigt durch den vergleichsweise engen Kontakt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Krankheiten übertragen werden. Von daher ist tatsächlich davon abzuraten, Selfies mit Wildtieren zu schießen. Bis hierhin könnte man aber noch argumentieren, dass sich die Touristen dadurch nur selbst in Gefahr bringen. Viel schlimmer ist aber, dass auch die Tiere unter diesem Trend zu leiden haben. Denn sie werden in ihrem normalen Lebensrhythmus gestört und zu eigentlich unnatürlichem Verhalten gezwungen. Besonders ausgeprägt ist dies bei Tieren, die extra als Fotomotiv dressiert werden.

Costa Rica setzt zunächst auf Aufklärung

Die Regierung von Costa Rica hat daher nun eine Werbekampagne mit dem Motto #StopAnimalSelfies aufgelegt, die Touristen für das Problem sensibilisieren soll. So wird auf Plakaten beispielsweise auf den „Wildlife Selfie Code“ der Organisation „World Animal Protection“ verwiesen. Demnach dürfen Tiere nur fotografiert werden, wenn sie keine Gefahr für den Fotografen darstellen, nicht in ihrer Bewegung eingeschränkt sind und nicht durch Futter angelockt wurden. Umwelt- und Tierschutzgruppen unterstützen die Bemühungen der Regierung Costa Ricas. Wer dennoch ein entsprechendes Erinnerungsfoto schießen möchte, kann dies am Flughafen tun. Dort stehen ausgestopfte Tiere für diesen Zweck bereit. Damit dürfte man zwar keinen Hit auf Instagram landen, kann sich aber zumindest sicher sein, kein Tier unnötig gestört zu haben.


Via: Treehugger

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