Die sogenannte Spanische Grippe wütete zwischen 1918 und 1920. Unterschiedlichen Schätzungen zufolge kostete sie zwischen 25 und 50 Millionen Menschen das Leben. Unter den Opfern war mit Frederick Trump auch der Großvater des heutigen US-Präsidenten. Auslöser der Krankheit war ein ungewöhnlich virulenter Abkömmling des Influenzavirus. Dieser entwickelte sich aller Wahrscheinlichkeit nach zunächst bei Vögeln und wurde dann auf den Menschen übertragen. Diese Form der Übertragung vom Tier auf den Mensch ist nicht ungewöhnlich. So geht die Wissenschaft davon aus, dass das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) vom Schimpansen auf den Menschen übertragen wurde. Bei Ebola hingegen stehen unter anderem Fledermäuse im Verdacht. Nach dem glücklicherweise weniger schlimm als befürchtet verlaufenen Vogelgrippe-Ausbruch im Jahr 2005 zog die US-Regierung daher Konsequenzen.


Insgesamt wurden mehr als 1.000 neue Viren identifiziert

Sie legte im Rahmen der globalen US-Hilfe USAID ein Programm namens Predict auf. Das Ziel: Weltweit Proben zu sammeln und so neue und potentiell gefährliche Viren frühzeitig zu erfassen. Im besten Fall können dann noch Maßnahmen eingeleitet werden, um die Übertragung aus der Tierwelt auf den Menschen zu verhindern. Tatsächlich wurden im Rahmen des Programms rund 100.000 Proben ausgewertet und mehr als 1.000 neue Viren entdeckt. Innerhalb der Wissenschaft gilt der Ansatz daher als höchst erfolgreich. Zumal auch zahlreiche Maßnahmen identifiziert wurden, mit denen sich die Gefahr einer Ansteckung bei Wildtieren zumindest reduzieren lässt. Während der Präsidentschaften von George W. Bush und Barack Obama erfreute sich Predict zudem auch einer massiven Unterstützung vonseiten der Politik. Dies änderte sich aber, als Donald Trump an die Macht kam.


Eine Abwandlung des Influenzavirus ist noch immer eine Gefahr

Denn obwohl das Programm seit dem Start im Jahr 2005 lediglich 207 Millionen Dollar gekostet hat, wurde die weitere Förderung nun eingestellt. Zwar sollen Teile von Predict an anderer Stelle fortgeführt werden. Doch eine zentrale Stelle zur Überwachung von potentiell gefährlichen Viren in der Tierwelt wird es nicht mehr geben. Somit steigt auch die Gefahr, einer weltweiten Pandemie, weil entsprechende Viren unter Umständen erst zu spät erkannt werden. Forscher warnen beispielsweise davor, dass ein ähnlicher Influenza-Abkömmling wie bei der Spanischen Grippe heutzutage sogar bis zu 80 Millionen Menschenleben kosten könnte. Es wäre daher wünschenswert, dass andere Staaten nun in diesem Bereich Verantwortung übernehmen und den Aufbau der benötigten Expertise finanzieren.

Via: Vox.com

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