In China verbreitet sich momentan eine neue Art der Coronaviren – der neuartige Virus wurde vorerst auf den Namen 2019-nCoV getauft. Mehr als 4500 Menschen sind bereits infiziert, 106 Menschen sind an dem neuen Virus schon gestorben. In Bayern wurde nun der erste deutsche Coronavirus-Fall bekannt. Angesteckt hat er sich offenbar während einer Schulung mit einer chinesischen Schulungsleiterin.


Bild: NIAID

2019-nCoV: Neue Bedrohung aus China?

Zu der Gruppe der Coronaviren gehören auch die Erreger Sars (Severe acute respiratory syndrome) sowie Mers (Severe acute respiratory syndrome). In den Jahren 2003 und 2004 gab es den bisher größten Sars-Ausbruch, bei dem sich mehr als 8000 Menschen infizierten und 774 Menschen an den Folgen einer schweren Lungenentzündung verstarben. Die meisten Opfer gab es in China, wo der Virus herkommt. Mers bringt es seit 2012 auf etwa 2500 Infizierte, von denen etwa ein Drittel verstarb.

Zu dem neuen Virus aus China fehlen bislang die Daten, weshalb Experten sich bei der Beurteilung vor allem auf den Sars-Virus berufen. Die Infektionsgefahr scheint im späteren Verlauf der Erkrankung besonders hoch zu sein, weshalb sich auch viele Ärzte und Pflegekräfte angesteckt haben. Wie bedrohlich der neue Virus wirklich ist, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch relativ schwer sagen.


Erster Fall in Deutschland

Nachdem der neue Coronavirus in Europa bisher nur in Frankreich auftrat, gibt es nun einen ersten deutschen Fall. Ein 33-jähriger Mann aus Bayern hat sich offenbar während einer Schulung am 21. Januar bei der aus Shanghai angereisten chinesischen Schulungsleiterin angesteckt. Die Schulung wurde von seinem Arbeitgeber, dem Automobilzulieferer Webasto, durchgeführt. Zum Zeitpunkt der Schulung sei die Schulungsleiterin noch komplett symptomfrei gewesen.

Nach der Rückkehr der Schulungsleiterin am 23. Januar traten bei dieser erste grippeähnliche Symptome auf. Kurze Zeit später wurde sie mit dem neuen Coronavirus diagnostiziert. Bei dem Webasto-Mitarbeiter traten die ersten Symptoma dann am 27. Januar auf, die Diagnose stand noch am gleichen Abend fest. Der Patient wurde inzwischen in der Klinik Schwabing isoliert. Nach Aussage seiner Ärzte geht es ihm soweit gut.

Die Eindämmung des Virus ist schwierig

Die Gesundheitsbehörden prüfen zwischenzeitlich etwa 40 Personen, mit denen der Patient seit dem 21. Januar näheren Kontakt hatte. Denn anscheinend erfolgte die Ansteckung zu einem Zeitpunkt, zu dem die chinesische Schulungsleiterin noch symptomfrei war. Im Gegensatz zum Sars-Virus scheint 2019-nCoV auch in der Inkubationszeit übertragbar zu sein.

Dies ist besonders deshalb problematisch, weil die ersten Symptome beim neuen Coronavirus erst etwa 14 Tage nach der Ansteckung auftreten. Wenn der Virus wirklich bereits während der Inkubationszeit übertragbar ist, macht dies die Eindämmung extrem schwierig. Hinzu kommt, dass viele Erkrankte nur schwache Symptome entwickeln, was die Übertragung weiter begünstigt. Nach der Einschätzung von Epidemiologen konnten bisher nur etwa 5 Prozent der aufgetretenen Fälle erkannt werden.

In China steigen momentan die Fallzahlen trotz strenger Quarantänemaßnahmen rasant an. Eine Verbreitung des Virus in Europa sollte unbedingt verhindert werden.

via RKI, Tagesschau

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