Bisher gab Facebook seinen Nutzern neben einem Kommentar nur eine Möglichkeit, auf ein Foto oder einen Post zu reagieren: Der berühmte Like-Button. Doch was, wenn einem Nutzer ein Inhalt nicht gefällt? Will er sich nicht die Mühe machen, zu kommentieren, dann ist er zum Schweigen verdammt. Facebook will das nun ändern und plant die Einführung eines “Gefällt mir nicht”-Buttons.


Gefällt mir nicht

Facebook-Nutzer fordern einen solchen Button bereits seit Jahren. Der Wunsch wurde nun endlich erhört: Auf einer Q&A-Veranstaltung im Facebook-Hauptquartier gab der Herr des Sozialen Netzwerks Mark Zuckerberg bekannt, dass es in naher Zukunft neben dem bekannten Button mit einem nach oben gereckten Daumen ein entsprechendes Gegenstück mit nach unten gereckten Daumen geben wird.


Damit soll neben Missfallen auch Mitgefühl ausgedrückt werden können. So schien es bisher unpassend, auf Posts mit traurigem Inhalt den “Gefällt mir”-Button zu drücken. Sein Gegenstück soll diese Problematik auflösen.

Die Menschen haben mich seit vielen Jahren nach einem “Gefällt mir nicht”-Button gefragt, es müssen Hunderte gewesen sein. Und heute ist ein besonderer Tag, denn heute kann ich sagen, dass wir daran arbeiten und es bald eine Testphase dazu geben wird”, so Zuckerberg.

Schwarz-weiße Welt statt ernsthafte Auseinandersetzung

Das Thema ist unter anderem in Deutschland aktuell, da die Nutzer angesichts der momentan sehr verbreiteten Hetzkommentaren auf Facebook eine Möglichkeit neben Kommentaren wollten, um ihr Missfallen auszudrücken.

Aber speziell angesichts der momentanen Stimmung im Netz in Deutschland stellt sich die Frage, ob es Besserung verspricht, einen Dislike-Button einzuführen. Denn die Welt ist nämlich nicht schwarz-weiß. Ein einfaches Beispiel: In den letzten Wochen machen immer wieder Gerüchte auf Facebook die Runde, es sei Flüchtlingen erlaubt, beim Einkauf waren bis zu einem Wert von x Euro mitzunehmen, ohne dass sie Konsequenzen befürchten müssen. Das Betätigen des “Dislike”-Buttons könnte nun zwei Dinge bedeuten: Entweder der betreffende Nutzer steht dem Post an sich ablehnend gegenüber, weil es sich um dumpfe Hetze handelt, oder er möchte ausdrücken, dass er es nicht okay findet, dass die Flüchtlinge in Deutschland derartige Privilegien genießen.

Auch ein Mark Zuckerberg kann die Welt nicht in gut und böse unterteilen – oder besser: In “Gefällt mir” und “Gefällt mir nicht”. Statt sich mit solchen Dingen aufzuhalten, täte man bei Facebook besser daran, sich in einem ernstzunehmenden Maß mit der stattfindenden Hetze (das Problem ist ja nicht nur auf Deutschland beschränkt) zu beschäftigen.

via Mashable.com

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