Die Geschichte schien schon immer ein bisschen zu schön zu sein: Lance Armstrong besiegte erst den Hodenkrebs und gewann anschließend sieben Mal die Tour de France. Doch spätestens im Jahr 2013 wurde die Beweislage so erdrückend, dass er in einem Interview mit Oprah Winfrey die Einnahme von Doping-Mitteln zugab. Dies kostete ihn nicht nur seine Tour-de-France-Titel, sondern auch zahlreiche Millionen. Denn seine Sponsoren beendeten nicht nur umgehend die Zusammenarbeit, sondern verklagten den Sportler auch auf Schadensersatz. Rund zwanzig Millionen Dollar musste Armstrong letztlich für außergerichtliche Vergleiche zahlen. Weitere fünf Millionen Dollar kamen hinzu, weil auch der Staat wegen Betrugs klagte – immerhin war die staatliche Post lange Jahre Hauptsponsor von Armstrongs Radteam.


Armstrong während des New York City Marathons 2006.Bild: Dirk Malorny [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], from Wikimedia Commons

Der PowerDot soll für eine schnellere Regeneration sorgen

Dass der Sportler dennoch nicht vollkommen ruiniert ist, verdankt er einem schlauen Investment: Er gehörte zu den frühen Investoren von Uber. So investierte er bereits im Jahr 2009 100.000 Dollar in den Mobilitätsanbieter und dürfte diese Summe vervielfacht haben. An diesen Erfolg will Armstrong jetzt systematisch anknüpfen und hat daher die Investmentfirma Next Ventures gegründet. Diese wiederum gab inzwischen ein erstes Investment bekannt: Armstrong erwarb Anteile an der Firma PowerDot. Das Startup hat ein kleines tragbares Gerät entwickelt, das die Muskeln elektrisch stimuliert und per Smartphone gesteuert werden kann. Im Idealfall regeneriert der Körper eines Sportlers dadurch schneller. Wirklich günstig ist die Anschaffung allerdings nicht: In Deutschland kostet der PowerDot 2.0 in der günstigsten Variante 199 Euro.

Der Name Lance Armstrong weckt teilweise noch negative Assoziationen

Dennoch scheint sich Armstrong sicher zu sein, damit Geld verdienen zu können. Dass das erste Investment seiner Firma im Sportbereich stattfand, ist kein Zufall. Der ehemalige Radsportler will sich vor allem auf den Fitness-, Ernährungs- und Wellnessmarkt konzentrieren. Sein Name ist dabei allerdings nicht unbedingt hilfreich. So berichtete Armstrong kürzlich in einem Interview, dass viele potentielle Geschäftspartner eine Zusammenarbeit gleich kategorisch ausschließen. Ihre – nicht ganz von der Hand zu weisende – Argumentation: Einem jahrelangen Dopingsünder kann man nur schwer vertrauen. Mit seiner Familie ist der ehemalige Radstar inzwischen nach Colarado gezogen. Dort wohnt auch Floyd Landis – ehemaliger Teamkollege und Kronzeuge im Prozess gegen Armstrong. Dieser ist ebenfalls geschäftlich aktiv und betreibt einen Handel mit Hanf-Produkten.


Via: TechCrunch

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