Der Klimawandel sorgt dafür, dass sich viele tropische Krankheiten immer weiter in Richtung Norden ausbreiten. Dazu gehört auch das Dengue-Fieber. Übertragen wird die Krankheit durch die asiatische Tigermücke. Experten gehen davon aus, dass sich das Tier entlang der Autobahn zwischen Basel und Frankfurt ausgebreitet hat und so nach Süddeutschland kam. Wissenschaftler wollen das Problem nun durch einen radikalen Ansatz lösen: Es werden so viele sterilisierte Männchen ausgesetzt, dass die Population langfristig ausstirbt. Die Lösung funktioniert allerdings nur, wenn auch genügend sterilisierte Tiere zum Einsatz kommen. Aktuell werden daher pro Hektar 3.000 behandelte Mücken ausgesetzt. Noch ist es aber zu früh, um den Erfolg dieser Maßnahme zu bewerten.


Die Tiere werden in Bologna gezielt bestrahlt

In jedem Fall handelt es sich um eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Denn die Tiere werden im italienischen Bologna gezüchtet. Dort kommt ein Sieb zum Einsatz, um die männlichen Puppen auszusortieren. Anschließend werden diese mit Gammastrahlen behandelt und so unfruchtbar gemacht. Wichtig dabei: Das Sperma wird zwar geschädigt, aber die Tiere bleiben in der Lage, mit ihren nicht sterilisierten Pendants um Weibchen zu konkurrieren. Nach der Behandlung werden jeweils eintausend Mücken in einen Käfig gesteckt und über die Autobahn nach Deutschland gebracht. Hier sollen die Tiere den Nachwuchs der asiatischen Tigermücke dann so massiv reduzieren, dass die Gefahr einer Krankheits-Übertragung auf den Menschen signifikant sinkt. Dabei gilt: Je früher begonnen wird, desto weniger behandelte Tiere werden benötigt.


Ein erster Pilotversuch war bereits erfolgreich

Das Dengue-Fieber kann in Deutschland zwar recht gut behandelt werden. Besonders bei bereits geschwächten Menschen kann der Krankheitsverlauf aber auch tödlich verlaufen. Bei einem ersten Pilotversuch mit sterilisierten Mücken im Sommer 2016 konnte die Schlüpfrate in einem Heidelberger Stadtteil um immerhin fünfzehn Prozent gesenkt werden. Die Methode scheint also zu funktionieren und wird daher nun großflächig zum Einsatz gebracht. Ziel ist dabei allerdings nicht nur eine weitere Reduktion der Schlüpfrate, sondern die komplette Vertreibung der asiatischen Tigermücke aus Deutschland. Gelingt dies, könnte der Ansatz auch in anderen Ländern zum Einsatz kommen. Dort ist aber ungleich mehr Aufwand nötig, weil die Populationen bereits deutlich größer sind.

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