Bisher kann man nicht gerade sagen, dass der Schweizer Bergbaukonzern Glencore ein besonders klimafreundliches Geschäft betreibt. So übernahm das Unternehmen noch im vergangenen Jahr das Kohle-Geschäft des großen Konkurrenten Rio Tinto. Seitdem ist Glencore der mit Abstand größte Anbieter von hochwertiger – aber dennoch klimaschädlicher – Kohle. Rund ein Drittel des gesamten Konzerngewinns stammt aus dieser Sparte. Dennoch geriet die Unternehmensführung zuletzt stark unter Druck. Dahinter steckt eine Initiative namens Climate Action 100+. Darin haben sich rund 300 Mitglieder mit einem verwalteten Vermögen von 32 Billionen US-Dollar zusammengeschlossen, um Firmen zu mehr Klimaschutz zu bewegen. Bei Glencore waren sie nun erfolgreich: Das Management gab bekannt, das Geschäft zukünftig stärker an den „physikalischen und operativen Risiken des Klimawandels“ auszurichten.


Bild: Glencore

Die Selbstverpflichtung könnte dem Geschäft auch helfen

Damit ist auch klar: Ein unbegrenzter Ausbau des bisher noch sehr profitablen Kohlegeschäfts ist zukünftig nicht mehr möglich. Konkret soll die Produktion bei rund 140 Millionen Tonnen pro Jahr gedeckelt werden – was rund zehn Prozent über der bisher geförderten Menge liegt. Umwelt- und Klimaschützer vermuten allerdings, dass bei dieser Entscheidung nicht nur der Klimaschutz eine Rolle gespielt hat. Vielmehr könnte der Konzern auch versuchen, durch eine künstliche Begrenzung der Förderung, die Preise auf dem Weltmarkt hoch zu halten. Ob diese Strategie aufgeht, bleibt abzuwarten. Denn in der Regel sorgen hohe Preise dafür, dass neue Wettbewerber auf den Markt kommen oder bestehende Konkurrenten ihr Engagement ausweiten. Dies führt dann zu einer steigenden Produktion – und niedrigeren Preisen auf dem Weltmarkt.

Die CO2-Emissionen müssen zukünftig konkret ausgewiesen werden

Zusätzlich zur Selbstverpflichtung in Sachen Kohle sollen zudem weitere Schritte eingeleitet werden. So ist geplant, zukünftig verstärkt auf Rohstoffe zu setzen, die für die Energie- und Mobilitätswende benötigt werden. Auch dies ist allerdings nicht immer unumstritten. So fällt unter diesen Punkt beispielsweise auch die Förderung von Kobalt im Krisengebiet der Demokratischen Republik Kongo. Aber auch die eigenen CO2-Emissionen sollen stark reduziert werden. In einem ersten Schritt müssen sie daher konkret im Geschäftsbericht prognostiziert werden. Zukünftig wäre es dann denkbar, einen Teil der Vergütung des Managements an diese Werte zu koppeln. Ein ähnliches System hat in der Vergangenheit auch schon der Ölkonzern Shell installiert. Zusätzlich will Glencore die Mitgliedschaft in verschiedenen Industrie- und Lobbyorganisationen überdenken.


Via: The Guardian

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1 Kommentar

  1. David Kummer

    23. Februar 2019 at 07:40

    Hm, mal so ganz einfache Frage, wenn der klimaschutz auch nur annährend ernst genommen wird. Dann müste die Förderung pro Jahr um mehre % zurück gehen, um die Preise oben zu halten.
    Bin ich der Einzige dem das auffällt?

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